ArchivDeutsches Ärzteblatt39/1996Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen: Mammographie in der Früherkennung

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Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen: Mammographie in der Früherkennung

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LNSLNS Der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen hat sich in seiner Sitzung am 12. September 1996 erneut mit der Frage eines Programms zur Brustkrebs-Früherkennung durch eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) befaßt. Die dazu bereits vorliegenden Erkenntnisse aus verschiedenen internationalen Studien wurden von der Planungsstelle "Mammographie-Screening" aufbereitet, um die organisatorischen Voraussetzungen für eine regionale Erprobung eines solchen Mammographie-Screenings im ambulanten Versorgungssystem zu Lasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung zu definieren.Der dazu von der Planungsstelle dem Bundesausschuß vorgelegte Bericht fußt auf der Zielsetzung einer kollektiven Senkung der Mortalität der Frauen einer bestimmten Altersgruppe. Die Senkung dieser Mortalitätsrate ist wesentlich abhängig von sehr umfangreichen organisatorischen und finanziellen Maßnahmen zur Sicherung einer hohen Inanspruchnahme des Screenings (mindestens 70 Prozent der Anspruchsberechtigten). Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Sicherung der Qualität der Diagnostik.


Schwerpunkt auf Qualitätssicherung
Nach eingehender Diskussion hat der Bundesausschuß den zuständigen Arbeitsausschuß "Krebsfrüherkennungs-Richtlinien" beauftragt, alternativ die Bedingungen für eine Früherkennungsuntersuchung zu entwickeln, deren Schwerpunkt auf der Qualitätssicherung liegen soll und deren Inanspruchnahme abhängig ist von der Initiative der anspruchsberechtigten Frauen. Anspruchsberechtigt für ein solches Screening könnten Frauen mit anerkanntem erhöhtem Risiko für ein Mammakarzinom sein. Als Risiko wird dabei das Alter zwischen 50 und 69 Jahren oder eine belastete Familienanamnese für Brustkrebs angesehen.Zur schnellstmöglichen Entwicklung eines Programms zur Aufnahme der Mammographie in das bestehende Krebsfrüherkennungsprogramm für Frauen soll der Arbeitsausschuß auf der Grundlage des Berichts der Planungsstelle eng mit dem gemeinsamen Ausschuß "Qualitätssicherung" der Partner der Bundesmantelverträge zusammenarbeiten. Dabei soll auch der Sachverstand der Planungsstelle weiterhin genutzt werden.


Arzneimittel-Richtlinien
Der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen hat in derselben Sitzung ferner die Anlage 4 der Arzneimittel-Richtlinien "Hinweise zu bestimmten Arzneimitteln und Therapieprinzipien" ergänzt. Als Hinweise gemäß Nr. 14 der Arzneimittel-Richtlinien wurden Ausführungen zu den Wirkstoffen Botulinum-Toxin A, Künstliches Insulin Lispro (Humalog(r)), Riluzol (Rilutek(r)) zur Anwendung bei amyotropher Lateralsklerose (ALS) und zu Somatropin (Wachstumshormon) aufgenommen.Darüber hinaus hat der Bundesausschuß für drei neue Wirkstoffe Festbetragsgruppen der Stufe 1 (wirkstoffidentische Arzneimittel) sowie für die Wirkstoffgruppen Myotonolytika, Parkinsontherapeutika und Schichtgitter-Antacida Festbetragsgruppen der Stufe 3 (Arzneimittel mit therapeutisch vergleichbarer Wirkung, insbesondere Arzneimittelkombinationen) beschlossen. WZ

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