ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001Hausarztmodell: SPD will freie Arztwahl einschränken

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Hausarztmodell: SPD will freie Arztwahl einschränken

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2140 / B-1816 / C-1708

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LNSLNS Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium nennt Spiegel-Bericht „rein spekulativ“.

Nach Informationen des „Spiegels“ will die SPD nach der Bundestagswahl die freie Arztwahl für Kassenpatienten begrenzen. Kassenpatienten, die auf dieses Recht verzichteten, sollen geringere Beiträge zur Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlen. Wer sich dagegen weiterhin seinen Arzt frei aussuchen wolle, müsse wie bisher den vollen Beitrag zahlen. Ein Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums nannte den Bericht „rein spekulativ“. Die SPD-Spitze will dem Bericht zufolge ihr Konzept zur Gesundheitsreform möglichst schon zum Parteitag Mitte November vorlegen. Die Einzelheiten des Vorschlags werden demnach derzeit von einer Expertenrunde um SPD-Generalsekretär Franz Müntefering, Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier, Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt und dem rheinland-pfälzischen Sozialminister Florian Gerster erarbeitet. Die SPD-Experten wollten mit ihrem Konzept die „kartellartigen Strukturen“ im Gesundheitswesen ablösen, berichtet das Magazin unter Berufung auf ein von Gerster vorbereitetes Papier. Der Ministeriumssprecher sagte lediglich, Schmidt spreche mit verschiedenen Akteuren darüber, wie es mit der Gesundheitspolitik weitergehen solle.
Sollte es tatsächlich zur Einführung eines Hausarztmodells kommen, könnte sich der Streit zwischen Allgemeinärzten und Internisten darüber, wer der geeignetere Hausarzt ist, weiter verschärfen.


Florian Gerster, Sozialminister in Rheinland-Pfalz
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