ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001Herzinfarkt-Management: Entlassung nach drei Tagen möglich

AKTUELL: Akut

Herzinfarkt-Management: Entlassung nach drei Tagen möglich

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2141 / B-1817 / C-1709

Thor, Susanne

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LNSLNS Umstrukturierungen in der medizinischen Versorgung ermöglichen heute eine Entlassung von Herzinfarktpatienten nach drei Tagen. Wie Prof. Franz-Xaver Kleber (Berlin) anlässlich des „Deutschen Ärzteforums 2001“ in Berlin erläuterte, ist durch Fortschritte in der Erstversorgung von Infarktpatienten eine Umstellung auf diese ultrakurze Versorgungszeit sofort möglich. Wichtig sei, dass Fibrinolytika und Thrombolytika so früh wie möglich – auch bereits außerhalb des Krankenhauses – eingesetzt würden. Der Durchbruch zu wirklich kurzen Kranken­haus­auf­enthalten gelinge jedoch nur durch eine optimale ambulante Erstversorgung, die jederzeit auch darauf vorbereitet sei, Laienreanimation, Laiendefibrillation und EKG-Aufzeichnung vor Ort sicherzustellen.

Auch die definitive Versorgung im Krankenhaus habe sich in den vergangenen Jahren wesentlich geändert. „Inzwischen wissen wir, dass Infarktpatienten durch eine Herzkatheter-Untersuchung sofort nach der Ankunft im Krankenhaus mit Ballondilatation oder Stent-Implantation auf Dauer versorgt werden“, so Kleber. Hierfür müsse das erstversorgende Krankenhaus nicht unbedingt über ein Katheterlabor verfügen, sondern sollte das technische Equipment der Nachbarkrankenhäuser nutzen. „Eine solche optimale definitive Versorgung am Anfang spart viele Krankenhaustage am Ende“, betonte Kleber. Risikofaktoren seien in der Regel jedoch die Rehabilitation und nicht die Akutklinik“, erläuterte der Kardiologe Dr. Anton Rouwen (Berlin). Dabei müsse sich eine ambulante kardiologische Rehabilitation an denselben Qualitätsrichtlinien wie die stationäre orientieren.

Allerdings sei der Schritt in den Alltag für den Patienten bei ambulanter Rehabilitation weniger groß, weil sie ja bereits unter Alltagsbedingungen stattfände. Ist der Patient gesundheitlich stabil, wird er dann wie bisher üblich – allerdings viel früher – vom Hausarzt weiter betreut. Bei KHK-Patienten sollte dies jedoch in enger Anbindung an einen Kardiologen geschehen, empfahl Kleber. „Auch der niedergelassene Hausarzt sollte sich mit den verkürzten Klinikaufenthalten auseinander setzen, da er den Patienten nach der ambulanten Rehabilitation bezüglich der „Feineinstellung“ mit Cholesterinsenkern, ACE-Hemmern und Beta-Blockern anleitet.“ Susanne Thor
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