ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001„Metronome“ orale Chemotherapie erprobt

POLITIK: Medizinreport

„Metronome“ orale Chemotherapie erprobt

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2157 / B-1867 / C-1743

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Durch eine neuartige niedrig dosierte Kombination des oralen Chemotherapeutikums Capecitabin (Xeloda®) mit dem Antikörper Trastuzumab (Herceptin®) ist es Forschern der Freien Universität Berlin gelungen, Erfolge beim metastasierenden Brustkrebs zu erzielen. Entscheidend dabei ist das Prinzip der „metronomen“, also der kontinuierlichen Chemotherapie, die eine hohe Effektivität und gute Verträglichkeit gewährleistet. Diese Behandlungsform ziele vor allem auf die Hemmung der Blutgefäßneubildung im Tumor, erläutert der Leiter der Forschergruppe, Prof. Gerhard Schaller vom Universitätsklinikum Benjamin Franklin (Berlin).
Da Capecitabin erst in der Tumorzelle freigesetzt wird, können konstante Wirkspiegel erreicht werden, die einen deutlichen Einfluss auf die Zellen der Blutgefäße im Tumor haben – so auf die Endothelzellen, die sich nur alle drei bis vier Wochen und damit wesentlich langsamer teilen als die Tumorzellen. Die „ruhenden“ Endothelzellen werden durch die übliche Chemotherapie nicht entscheidend geschädigt, sie können sich zwischen den Therapiezyklen regenerieren und deshalb weiter teilen. Das Versorgungssystem des Tumors bleibt erhalten, und einzelne, noch teilungsfähige Tumorzellen können die Geschwulst wieder wachsen lassen. Bisherige Untersuchungen ergaben, dass die metronome Chemotherapie auch dann tumorverringernde Effekte hat, wenn der Brustkrebs als „therapieresistent“ gilt. Bei diesen Patientinnen wurden Ansprechraten von 50 Prozent erreicht. Die Mortalität sank von 42 auf 12,5 Prozent. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema