ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001. . . mit Entsetzen Scherz: Horrende Zahlenmanipulation

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

. . . mit Entsetzen Scherz: Horrende Zahlenmanipulation

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2159 / B-1833 / C-1725

Zimmermann, Harald von

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LNSLNS Es ist mutig und verdienstvoll, wenn H.- J. Maes die horrenden Zahlenmanipulationen der WHO aufdeckt und benennt. „Der laxe Umgang mit Fakten schadet der Glaubwürdigkeit der WHO, auch auf anderen Gebieten.“ So wird der fehlerhafte Umgang mit Gesundheitsdaten durch die WHO bei der weltweiten Ausrottungsstrategie der Masern zu einer folgenschweren Entwicklung führen. Mit der angeblichen Häufigkeit der Masern-Encephalitis 1 zu 1 000 wird „mit Entsetzen Scherz getrieben“. Sie beträgt im Kindesalter allenfalls 1 zu 11 – 15 000, ist aber das Hauptargument für die Einführung dieser Strategie. Wenn die WHO als „führende Agentur für Public Health“ der Welt und in der Folge die nationalen Institutionen, wie bei uns STIKO und RKI, erreicht, dass durch Maximal-Propaganda Epidemien zunächst unterdrückt werden, bleiben doch in jedem Geburts-Jahrgang 10 Prozent oder mehr Ungeimpfte. Dazu kommen noch die Impfversager. Nach einer gewissen masernfreien Zeit wird dann durch Einschleppung eine Epidemie auftreten, jetzt aber auch unter Erwachsenen, die weit höher gefährdet sind als Kinder (zehnfach höhere Todesraten und Masern: Masern-Encephalitis 1 zu 500).
So entstehen aus einer falschen Zahl für einen Rest in der Bevölkerung Gefahren, über die man in der medizinischen Öffentlichkeit heute noch nicht spricht. Als erste Konsequenz aus dieser auf falscher Grundlage beruhenden Ausrottungsstrategie der WHO stehen jetzt im deutschen Infektionsschutzgesetz die Masern neben den mit hoher Letalität behafteten Cholera, Pest und Tollwut. Namentliche Meldepflicht, Möglichkeiten der Quarantäne und Riegelungsimpfungen, mithin Einschränkung der körperlichen Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) sind jetzt auch bei Masern Gesetz.
Es ist nicht die Frage, ob eine Epidemie kommt, sondern nur, wann sie kommt. Die anfangs geglaubte Möglichkeit der weltweiten Ausrottung wird auch heute schon von mehreren Impfexperten angezweifelt. Abgesehen von der epidemiologischen Entwicklung gibt es noch weitere schwerwiegende Folgerungen aus diesem Eingriff in die epidemiologische Lage. Wir haben gerade die panischen Reaktionen mit der MKS erlebt, wenn nach einem krankheitsfreien Intervall von zehn Jahren ein Virus durch ein australisches Wurstbrot eingeschleppt wird.

Dr. Harald von Zimmermann,
Richard-Wagner-Straße 16,
50999 Köln
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