BRIEFE

Mobbing: Einäugig

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2172 / B-1879 / C-1754

Woernle, Michael

Zu dem Beitrag „Hilflose Helfer in Diagnostik und Therapie“ von Dr. med. Argeo Bämayr in Heft 27/2001:
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LNSLNS Die Darstellung von Herrn Dr. Bämayr . . . erscheint mir doch etwas einäugig. Ich habe es oft erlebt, dass bei diagnostisch gut gesicherten langjährigen Persönlichkeitsstörungen oder neurotischen Entwicklungen Mobbing seitens der Patienten sekundär zur Erklärung herangezogen wurde, bis hin zu schweren querulatorischen Entwicklungen. Auch paranoid-psychotische Patienten haben das Thema inzwischen aufgegriffen. Natürlich muss man in solchen Fällen auch mit negativen Reaktionen seitens der Arbeitgeber oder Kollegen rechnen, die den schwierigen Mitarbeiter loswerden wollen, und, soweit möglich, einem sich daraus entwickelnden Circulus vitiosus gegensteuern. Jedenfalls halte ich es nicht für zulässig, diesen häufigen Sachverhalt zu ignorieren oder ihn mit Hilfe von „Abwehrprozessen“ wegzuerklären und die von den Betroffenen geltend gemachte Ursache „Mobbing“ in jedem Fall und ohne qualifizierte Diagnostik zu übernehmen. Welch katastrophale Folgen Parteilichkeit von Gutachtern haben kann, war ja vor einigen Jahren in mehreren Strafverfahren wegen Kindesmissbrauchs zu studieren.
Dr. Michael Woernle, Luther Weg 31, 31515 Wunstorf
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