ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001Universitätskliniken: Treffend

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Universitätskliniken: Treffend

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2173 / B-1880 / C-1754

Zu dem Beitrag „Wandel um jeden Preis?“ von Dr. med. Konrad Görg in Heft 18/2001:
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LNSLNS Selten habe ich einen treffenderen Artikel zur Situation der deutschen Universitätskliniken gelesen! Der Schilderung der angesprochenen Problemfelder kann nur zugestimmt werden. Bezüglich der Arbeitszeit stehen aber die Klinikärzte in einem Dilemma: Einerseits ist die zeitliche Belastung durch die Bereitschaftsdienste relativ hoch, andererseits ist aber die Bezahlung im BAT-Bereich derart schlecht, dass nur durch die zusätzlichen Dienstentgelte ein ausreichendes finanzielles Auskommen gesichert werden kann, zumal die so genannten Poolbeteiligungen je nach Bundesland nicht oder nur in geringem Ausmaß existieren und das Liquidationsrecht in immer stärkerem Maß von den Verwaltungen ausgeübt wird, sodass gar keine Poolgelder mehr zur Verfügung stehen. Ein erster Schritt wäre der Verzicht auf jegliche unbezahlte Überstundentätigkeit, umso mehr, als dadurch die tatsächlichen Kosten vor Einführung der DRGs nicht länger verschleiert werden könnten. Allerdings ist hierzu die Solidarität unter allen Klinikärzten in über- und untergeordneter Stellung erforderlich, und die liegt, wie der Artikel von Görg so treffend darstellt, aus unterschiedlichsten Gründen im Argen.
Vernünftige, gesetzeskonforme Dienstzeitregelungen sind Schritt zwei, wobei die Arbeitgeber hier nicht um einen adäquaten finanziellen Ausgleich herumkommen, zum Beispiel durch Anhebung der Grundvergütung oder Einführung von Leistungszulagen wie sie zur Zeit im Beamtenrecht diskutiert werden. Derartige Regelungen müssen dann allerdings dem Maß der eigenverantwortlichen Tätigkeit sowie der teils sehr hohen Spezialisierung und fachlichen Kompetenz der Klinikärzte Rechnung tragen, nötigenfalls auch außerhalb des Korsetts des BAT.
Dr. Martin Strowitzki, Am Tor 19, 66386 St. Ingbert
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