ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001Patientenverfügung: Deutschlandweite Sammlung

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Patientenverfügung: Deutschlandweite Sammlung

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2174 / B-1846 / C-1738

May, Arnd T.

Zu dem Beitrag „Konkrete Vorschläge aus dem Norden“ von Beate Kühn in Heft 31–32/2001:
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LNSLNS Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Schleswig-Holstein empfiehlt, dass über den Kreis der Betreuungsvereine hinaus zu Patientenverfügungen informiert werden soll. Dieser Vorschlag ist zu unterstützen. Es bleibt allerdings fraglich, welche Formulare von den angesprochenen Institutionen verteilt und vorgehalten werden sollen. In einer deutschlandweiten Sammlung von Patientenverfügungen sind mehr als 150 verschiedene Formularmuster beim Zentrum für Medizinische Ethik Bochum dokumentiert, und die Zahl ist steigend (http://www.medizinethik-Bochum.de/Verfuegungen.htm). Es lassen sich aber drei Familien von Verfügungen unterscheiden: 1. Musterformulare, die weltanschaulich geprägt sind, 2. Arbeitsformulare, die anhand von Antwortalternativen den Leser zum individuellen Beantworten auffordern, und 3. Informationsbroschüren, die zur Beschäftigung anregen, aber keine Musterverfügung vorgeben.
Die Bundes­ärzte­kammer hat sich in den Handreichungen für Ärzte zum Umgang mit Patientenverfügungen 1999 positioniert und Situationen beschrieben, in denen eine Patientenverfügung wertvolle Hinweise auf Behandlungswünsche gibt. Diese Situationen und mögliche Entscheidungskonflikte in der Klinik sollten sich in einer Patientenverfügung widerspiegeln.
Um die Bandbreite an Patientenverfügungen darzustellen und einen Einblick in die „am Markt“ befindlichen Verfügungen zu geben, ist ein
„Ratgeber Patientenverfügung. Vorgedacht oder Selbstverfaßt“, herausgegeben von Jacobi, May, Kielstein, Bienwald, Lit Verlag, Münster, 2001, erschienen, in dem 15 gängige Verfügungsmuster abgedruckt sind neben weiteren Erläuterungen, damit man sich einen Überblick über die Möglichkeiten der Patientenverfügung schaffen kann. Eine Patientenverfügung sollte die Wünsche und Werte des Patienten
zum Ausdruck bringen, und dazu müssen auch Mediziner die Möglichkeiten dieses Instruments kennen, damit nicht hilfsweise auf den mutmaßlichen Willen zurückgegriffen werden muss.
Dr. Arnd T. May, M.A., Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Ruhr-Universität Bochum, Zentrum für Medizische Ethik e.V., Gebäude GA 3/53, 44780 Bochum
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