ArchivDeutsches Ärzteblatt39/1996Sparkonzept für hessische Uniklinika

POLITIK: Aktuell

Sparkonzept für hessische Uniklinika

Planko, Tanja

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LNSLNS Der Wissenschaftsrat hat im Juli eine Stellungnahme zur weiteren Entwicklung des Fachbereichs Humanmedizin der Universitäten in Gießen und Marburg veröffentlicht. Beide dieser räumlich eng zusammenliegenden medizinischen Einrichtungen in Hessen haben erheblichen Investitionsbedarf. Die Stellungnahme bezieht sich in diesem Punkt auf das vom Land erarbeitete Sparkonzept für die hessische Hochschulmedizin, das den laufenden Zuschußbedarf verringern soll. Vorgeschlagen wird eine Kooperation der beiden Universitäten im Fachbereich Humanmedizin im Sinne einer komplementären Schwerpunktbildung. Die Augenheilkunde soll zum Beispiel zukünftig bis auf eine kleine Spezialklinik für Schielbehandlung und Neuroophthalmologie nur noch in Marburg vertreten sein. Etwas anders sieht die Schwerpunktbildung in bezug auf die Dermatologie aus: Hier schlägt der Wissenschaftsrat vor, in Gießen solle man andrologisch ausgerichtet arbeiten und sich in Marburg an der "klassischen Dermatologie" orientieren. Mit Ausnahme der Zahnkliniken sollen jedoch weiterhin zwei selbständige Klinika erhalten werden.
Vorgeschlagen wird auch, das Lehrpersonal der vorklinischen und theoretischen Fächer (Rechts-, Arbeits- und Sozialmedizin in Gießen; Medizinische Soziologie und Psychologie in Marburg) angesichts der geringen Entfernung an beiden Universitäten einzusetzen. Diese Maßnahmen würden es ermöglichen, die Sparvorgabe zu erfüllen, die eine Verringerung der Landeszuschüsse für Lehre und Forschung von 13 Millionen DM vorschreibt - das sind zehn Prozent weniger als 1995. Die für die Sparpläne Verantwortlichen fordern weiterhin eine Verringerung der Zulassungszahlen in den Studiengängen Zahn- und Humanmedizin. Doch statt einer gleichmäßigen Verringerung der Studentenzahlen in der Zahnmedizin an allen drei Standorten soll aus wirtschaftlichen Gründen die Zahnklinik in Marburg wegen ihres hohen Sanierungsbedarfs aufgegeben werden. Als Ausgleich sollen die Zulassungen im Studiengang Humanbiologie erhöht werden. Tanja Planko
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