ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001Elektrokrampftherapie bei therapieresistenten Depressionen

MEDIZIN: Referiert

Elektrokrampftherapie bei therapieresistenten Depressionen

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2192 / B-1895 / C-1768

goa

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LNSLNS Gemäß einer amerikanischen Studie bietet eine an die Elektrokrampftherapie anschließende Kombinationstherapie aus Nortriptylin und Lithium mit einer Rückfallrate von 39 Prozent den zuverlässigsten Behandlungserfolg.
Bisher zur Verfügung stehende Studien zeigten, dass etwa die Hälfte aller depressiven Patienten, die sich einer Elektrokrampftherapie unterzogen hatten, innerhalb der ersten sechs Monate nach Beendigung des Therapiezyklusses einen Rückfall erlitten. Sackeim et al. therapierten daraufhin 84 erfolgreich mit Elektrokrampftherapie behandelte Patienten randomisiert, doppelt verblindet und placebokontrolliert entweder mit Nortriptylin allein (therapeutischer Plasmaspiegel 75 bis 125 ng/ml) oder mit einer Kombination aus Lithium (0,5 bis 0,9 mEq/l) und Nortriptylin oder nur mit Placebo.
Nach einer 24-wöchigen Behandlungsdauer erlitten 84 Prozent der mit Placebo behandelten Patienten einen Rückfall. Unter der Nortriptylin-Monotherapie kam es in 60 Prozent der Fälle zu einem Rückfall und erst die Kombination aus Lithium und Nortriptylin senkte die Rückfallrate auf 39 Prozent.
Da sich fast alle Rückfälle innerhalb der ersten fünf Wochen nach Elektrokrampftherapie ereigneten, vermuten die Autoren, dass entweder durch Verteilung der Elektrokrampftherapie auf mehrere Wochen die vulnerable Periode überwunden werden kann oder der Beginn einer medikamentösen antidepressiven Therapie schon während der Elektrokrampftherapie erfolgen und nach Abschluss derselben unter Kombination mit Lithium fortgeführt werden muss. goa

Sackeim H A et al: Continuation pharmacotherapy in the prevention of relapse following electroconvulsive therapy. JAMA. 2001; 285: 1299–1307.

Harold A Sackeim, Departement of Biological Psychiatry, New York State Psychiatric Institute, New York, USA.

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