ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2001Sachfragen des Betreuungs- und Unterbringungsrechts

BÜCHER

Sachfragen des Betreuungs- und Unterbringungsrechts

Dtsch Arztebl 2001; 98(34-35): A-2175 / B-1882 / C-1756

Coeppicus, Rolf

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LNSLNS Betreuungsrecht
Verständlich
Rolf Coeppicus: Sachfragen des Betreuungs- und Unterbringungsrechts. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2000, 342 Seiten, 97,50 DM
Coeppicus beschreibt ausführlich und für die Praxis brauchbar die Sach- und Rechtsfragen bei künstlicher Ernährung, bei Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen, bei aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe, beim Behandlungs- und Ernährungsabbruch und beim assistierten Suizid. Er stellt katalogartig dar, wann Fixierungen eine genehmigungsbedürftige Freiheitsentziehung sind. Geschildert wird das sinnvolle Vorgehen bei Ablehnung medizinischer Maßnahmen, bei sexistischem Verhalten, bei Wegläufern und bei Alkoholmissbrauch.
Coeppicus schildert die Vor- und Nachteile auf der Grundlage umfassender praktischer Erfahrungen mit dem Thema „Heimverschaffungen“. Die Ausführungen können bei der Frage helfen, ob ein Patient eher (nach Hause) entlassen werden kann. Ein Schwerpunkt ist die Darstellung, wann Betreuungen nicht erforderlich sind. Das ist wichtig, weil sich die Zahl der eingerichteten Betreuungen in den Jahren von 1992 bis 1998 bereits verdoppelt hat. Andererseits können diese Hinweise Krankenhäusern und Heimen viel Leerlauf ersparen. In einem „Lexikon“ werden die regelmäßig wiederkehrenden medizinischen Fachausdrücke nicht lediglich übersetzt, sondern der ihnen zugrunde liegende, oft einfache Sachverhalt dargestellt.
Oft stellt sich für Pflegende und Ärzte die Frage, ob eine psychiatrische (Zwangs-)Behandlung wegen Psychosen, Alkoholmissbrauchs oder Suizidalität zu initiieren ist. Die Kriterien für derartige Zwangsunterbringungen werden aufgeführt. Vor allem wird dargestellt, durch welche Fragen man die Unterbringungsvoraussetzungen feststellen kann. Nirgendwo sonst gibt es bisher diese Informationen für Nicht-Psychiater in dieser Ausführlichkeit und Verständlichkeit.
Das Buch von Coeppicus zeichnet sich durchgehend durch eine verständliche Sprache aus. Alle rechtlichen Erörterungen werden anhand von Fallbeispielen dargestellt. Viele Informationen zu den oben dargestellten Fragen habe ich nur in diesem Buch gefunden. Das Buch ist für Krankenhäuser, Heime aller Art, Ärzte, Pflegende und Sozialarbeiter ein unentbehrliches Nachschlagewerk. Peter Tischmann
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