ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2001Frankreich: Screening für Frauen

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Frankreich: Screening für Frauen

Dtsch Arztebl 2001; 98(36): A-2214 / B-1886 / C-1770

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LNSLNS Kostenübernahme durch die Krankenkassen
Noch in diesem Jahr wird in Frankreich eine landesweite Brustkrebsscreeningkampagne eingeführt, die hauptsächlich von der Kran­ken­ver­siche­rung finanziert sein wird. Alle Frauen zwischen 50 und 74 Jahren werden schriftlich eingeladen, sich bei einem niedergelassenen Röntgenarzt zu melden. Die Versicherten habe alle zwei Jahre Anspruch auf Durchführung einer Mammographie. Nach der Erstbeurteilung des Mammographie-Befundes durch einen Radiologen werden die Aufnahmen von anderen Ärzten geprüft, um das Risiko einer Fehldiagnose so niedrig wie möglich zu halten. Sämtliche damit verbundenen Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, einschließlich des Trainings für die Durchführung von Mammographien. An der Früherkennungsaktion beteiligen sich rund 6 500 Radiologen.
Von der Aktion verspricht sich die Regierung eine gezieltere und verbesserte Früherkennung. Wie in den meisten europäischen Ländern ist auch in Frankreich das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, besonders hoch. Jede zehnte Frau erkrankt an dieser Krebsart, die in Frankreich jährlich rund 11 000 Todesopfer fordert.
Die Regierung hofft, dass sich 60 Prozent der infrage kommenden Frauen freiwillig einer Früherkennung unterziehen werden. 1990 wurden in einigen Départements solche Brustkrebsscreeningprogramme eingeführt; heute werden sie in jedem dritten Département durchgeführt – mit einer Beteiligungsquote von 41 Prozent. Diskussionen über den Umfang des landesweiten Früherkennungsprogramms sowie technische, gesundheitspolitische und finanzielle Probleme waren dafür verantwortlich, dass die schon seit Jahren geplante Kampagne erst jetzt gestartet wird.
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