ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2001Jugendschutz: Pornographie im Web

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Jugendschutz: Pornographie im Web

Dtsch Arztebl 2001; 98(36): A-2218 / B-1916 / C-1786

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LNSLNS Jahresbericht der Zentralstelle für Jugendschutz im Internet

Mehr als 1 700 in- und ausländische Websites hat jugendschutz.net, die Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet, im Jahr 2000 neu erfasst und auf jugendgefährdende Angebote hin untersucht. Wie das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie, Dresden, mitteilte, wurden 549 deutsche Angebote als gefährdend eingestuft, darunter 18 Adressen aus Sachsen.
Der überwiegende Anteil der als unzulässig qualifizierten Websites entfiel auf den Bereich der Pornographie (48 Prozent), gefolgt von rechtsextremistischen Angeboten (zwölf Prozent). Die Anbieter der Internet-Seiten wurden von jugendschutz.net zur Änderung der betreffenden Inhalte aufgefordert. Rund 90 Prozent der Seiten wurden daraufhin verändert. Uneinsichtige Anbieter werden den Aufsichtsbehörden gemeldet. Bei Angeboten harter Pornographie (Kinder-, Gewalt- und Tierpornographie) wird das BKA informiert.
Einige Anbieter nutzen die Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen aus und drängen ihnen Angebote auf, nach denen sie nicht gesucht haben. Beispiele sind Angebote, die gezielt falsch deklariert sind und die Nutzer ungewollt weiterleiten oder die auf Tippfehler bei der Eingabe bekannter Adressen spekulieren: Wenn Kinder auf der Suche nach „Pippi“ (Langstrumpf) ein „p“ vergessen oder „Britney Spears“ falsch schreiben, landen sie so bei pornographischen Anbietern.
Da viele ähnliche Fälle juristisch nicht zu belangen sind, werden hier freiwillige Selbstbeschränkungen der Anbieter gefordert. Das Dresdner Jugendministerium weist darauf hin, dass Anbieter, deren Websites jugendgefährdende Inhalte enthalten können, einen Jugendschutzbeauftragten ernennen oder sich einer Organisation der freiwilligen Selbstkontrolle anschließen müssen. Die Behörde wertet es als Erfolg, dass durch die Arbeit von jugendschutz.net viele Anbieter jugendgefährdender Websites ihre Inhalte inzwischen nur noch über alterskontrollierte Benutzergruppen zugänglich machen.
Jugendschutz.net wurde vor dreieinhalb Jahren als gemeinsame Einrichtung von den Jugendministerien der Bundesländer gegründet, um jugendgefährdende Angebote im Internet zu überprüfen und auf deren Veränderung oder Herausnahme hinzuwirken. Informationen bei: jugendschutz.net, Fritz-Kohl-Straße 24, 55122 Mainz; Telefon: 0 61 31/32 85 20, Internet: www.jugendschutz.net
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