ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2001Krankenhäuser: Adäquate Regelungen für Oberärzte vonnöten

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Krankenhäuser: Adäquate Regelungen für Oberärzte vonnöten

Dtsch Arztebl 2001; 98(36): A-2259 / B-1949 / C-1815

Hake, Ulrich

Zu dem Beitrag „Der erfolgsabhängige Chefarzt-Vertrag“ von Dr. jur. Ulrich Baur in Heft 26/2001:
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LNSLNS Die Diskussion um die Einführung erfolgsabhängiger Chefarztverträge vergisst wieder einmal komplett, dass der Erfolg oder Misserfolg eines „Chefarztes“ oder „leitenden Arztes“ in erster Linie von den ärztlichen Kollegen abhängt, die mit ihm zusammenarbeiten.
Hier sind es gerade die Fachärzte einer Klinik in der so genannten Oberarztfunktion, die für die Krankenversorgung aufkommen, die Planung und administrative Funktionen letztlich erfüllen und die auch die studentische Lehre sowie die Ausbildung der Assistenzärzte übernehmen.
Das Liquidationsrecht für leitende Ärzte realisiert für jeden Insider ersichtlich die Zwei-Klassen-Medizin, die längst nicht mehr aus der BRD wegzudenken ist (oder jemals war). Wir haben ein planwirtschaftliches Gesundheitssystem, dessen oberstes Ziel die Beitragsstabilität ist, bei krampfhaftem Festhalten am Solidarprinzip. Es ist vollkommen klar, dass jede Chance zum Systemausbruch sowohl vom Patienten als auch vom Arzt genutzt wird. Gleichzeitig bietet das Liquidationsrecht aber auch hier die einzige Möglichkeit, dass – wenn auch manchmal nach Gutsherrenart – die anderen ärztlichen Mitarbeiter finanziell beteiligt werden können. Wenn feste Verträge mit einer leistungsbezogenen Komponente für Chefärzte eingeführt werden, kann ich jetzt schon den Verwaltungsleitern ins Buch schreiben, dass es obligatorisch sein muss, sich für die Leistungsträger der Klinik ähnlich adäquate Regelungen zu überlegen, da deren Aufgaben für die Klinik nicht weniger gelten.
Prof. Dr. med. Ulrich Hake,
Am Damsberg 6, 55130 Mainz
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