ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2001Mobilfunkgeräte: Riesiger Forschungsbereich

BRIEFE

Mobilfunkgeräte: Riesiger Forschungsbereich

Dtsch Arztebl 2001; 98(36): A-2260 / B-1950 / C-1816

Escher, Wolfgang

Zu dem Beitrag „Entwarnung mit Vorbehalt“ von Tanja Anheier in Heft 25/2001:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Seit Einführung des elektrischen Stromes in großem Umfang vor circa 150 Jahren und seit Nutzung der elektromagnetischen Radiowellen seit circa 100 Jahren ist die Menschheit einer anderen Qualität von Umweltbelastungen ausgesetzt. Seit einigen Jahren ist sie zusätzlich einer Belastung durch von elektrischen Leitungen hervorgerufene elektrisch-magnetische Felder verschiedener Frequenzen und abgestrahlter Hochfrequenzfelder ebenfalls verschiedener Frequenzen ausgesetzt. Das Problem der Wirkung dieser vielfältigen Feldstärken auf den menschlichen Organismus und insbesondere auf das Gehirn darf man sich nicht dadurch simplifizieren, dass man lediglich auf die absorbierte Energie abstellt. Das Gehirn des Menschen ist kein simpler schwarzer Hohlraum, dessen einzige Funktion darin besteht, die aufgenommene elektromagnetische Energie in Temperaturanstieg umzuwandeln. Im Übrigen ist davon auszugehen, dass auch statische starke Felder eine physiologische Wirkung haben; dabei wird bekanntermaßen im stationären Fall keine Energie übertragen!
Es gibt also da noch einen riesigen Forschungsbereich, und Grenzwerte, die nur auf thermische Effekte abstellen, sind mit äußerster Skepsis zu betrachten. Im Übrigen sind mit Tieren mit so kurzer Generationsdauer wie Kühe nicht Langzeitwirkungen von Umwelteinflüssen auf Menschen zu modellieren. Es ist zu fordern, dass dafür eine ähnliche Generationsdauer und Überlebenswahrscheinlichkeit wie beim Menschen betrachtet wird.
Dr. med., Dipl.-Phys. Wolfgang Escher, Cloppenburger Straße 199, 26133 Oldenburg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema