ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2001Zirrhoserisiko transfusionsbedingter Hepatitiden und Alkoholmissbrauch

MEDIZIN: Referiert

Zirrhoserisiko transfusionsbedingter Hepatitiden und Alkoholmissbrauch

Dtsch Arztebl 2001; 98(36): A-2271 / B-1939 / C-1823

goa

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LNSLNS Patienten mit transfusionsbedingter Hepatitis C vervielfachen durch übermäßigen Alkoholkonsum das gegenüber anderen transfusionsbedingten Hepatitiden bereits vergrößerte Risiko, eine Leberzirrhose zu entwickeln.
Die Ergebnisse einer retrospektiven Studie, die an mehreren amerikanischen Leberzentren durchgeführt wurde, erlauben es, die jeweiligen Risiken genauer zu definieren: So betrug das absolute Risiko für Patienten mit Hepatitis C, eine Leberzirrhose zu entwickeln, 17 Prozent und war damit, verglichen mit 3,2 Prozent für Patienten mit Non-A-, Non-B-, Non-C-Hepatitis und 2,8 Prozent in der Kontrollgruppe, deutlich erhöht. Alkoholismus allein führt viermal häufiger zu Leberzirrhosen – in Kombination mit einer transfusionsbedingten Hepatitis C ergab sich jedoch eine drastische Vergrößerung des Zirrhoserisikos: Die Odds-Ratio von 7,8 stieg im Vergleich zu den Kontrollfällen ohne Alkoholmissbrauch auf 31,1 an. Inwieweit die erhobenen Daten bezüglich des persönlichen Alkoholkonsums realistisch sind, lässt sich nachträglich nicht mehr kontrollieren, so die Autoren, und es könne davon ausgegangen werden, dass die hier vorgestellten Risiken immer noch zu niedrig seien. Gerade deswegen aber sollten Patienten, die sich durch Transfusionen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert haben, ausführlich bezüglich ihrer Trinkgewohnheiten beraten werden. goa

Harris D Robert et al.: The relationship of acute transfusion-associated hepatitis to the development of cirrhosis in the presence of alcohol abuse. Ann Intern Med 2001; 134: 120–124.

D. Robert Harris, Westat, 1650 Research Boulevard, Rockville MD 20850, USA.

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