ArchivDeutsches Ärzteblatt39/1996Altersabhängige Makuladegeneration

MEDIZIN: Diskussion

Altersabhängige Makuladegeneration

Sradj, Nadim; Krott, Ralf

Zu dem Beitrag von Dr. med. Ralf Krott und Prof. Dr. med. Klaus Heimann in Heft 16/1996
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LNSLNSLNSLNS Gleiche Erfahrungen Der Aufsatz ist in theoretischer und praktischer Hinsicht von Bedeutung - nicht zuletzt wegen der Erwähnung der fraktionierten Kobaltbestrahlung. Nach siebenjähriger Erfahrung mit über 100 Patienten (im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Regensburg) können wir die positiven Ergebnisse der Kobaltbestrahlung voll bestätigen. Allerdings haben wir hierbei 19,5 Gy nicht überschritten. Warum viele Kollegen dieses inzwischen international anerkannte Verfahren noch immer ablehnen und sogar bekämpfen, ist unverständlich. Die Radiotherapie bei Makuladegenerationen ist mit der Einführung der Protonenstrahlen noch verfeinert worden (Schweiz und USA). Die Autoren beschreiben die trockene Makuladegeneration als nicht behandelbar, obwohl die sogenannte Durchblutungsstörung der Netzhaut von vielen Kollegen (auch Nicht-Ophthalmologen) mit gefäßerweiternden Mitteln und Infusionen behandelt wird, was allerdings eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes zur Folge haben kann!
Dr. med. Nadim Sradj, M. A.
Prüfeninger Straße 40
93049 Regensburg


Schlußwort
Wir bedanken uns für den Leserbrief. Die positiven Behandlungsergebnisse möchten wir unterstreichen. Die moderne Bestrahlung von subretinalen Neovaskularisationen wird mittels Linearbeschleuniger (Mega-VoltPhotonen-Bestrahlung) fraktioniert durchgeführt. Es handelt sich hier um einen Bestrahlungstyp, der wesentlich besser kontrolliert werden kann. Die Strahlenbelastung der Linse ist wesentlich geringer als bei der Kobaltbestrahlung (1).
Zur Zeit werden prospektive Studien dieser Therapie in Europa (2) und USA (3) durchgeführt.
Darüber hinaus möchten auch wir vor einem unkontrollierten Einsatz von gefäßerweiternden Medikamenten zur Durchblutungsförderung bei der altersabhängigen Makuladegeneration warnen. Es kann dadurch zu einer spontanen Blutung unter die makuläre Netzhaut kommen mit der Folge einer deutlichen Visusminderung.
Literatur
1. Schlungbaum W, Flesch U, Stabell U: Medizinische Strahlenkunde, 7., vollständig überarbeitete Auflage. Berlin, New York, Walter de Gruyter, 1994
2. Valmaggia C, Bischoff P, Ries G: Niedrig dosierte Radiotherapie der subfoveolären Neovaskularisationen bei altersabhängiger Makuladegeneration. Klin Monatsbl Augenheilkd 206 (1995) 343-346
3. Finger P T, Berson A, Sherr D, Riley R, Balkin R, Bosworth J L: Radiation Therapy for Subretinal Neovascularization. Ophthalmology 1996; 103: 878-889
Für die Verfasser:
Dr. med. Ralf Krott
Universitäts-Augenklinik Köln
Abteilung für Glaskörper- und
Netzhautchirurgie
Joseph-Stelzmann-Straße 9
50931 Köln

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