ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2001Versicherungsfremde Leistungen: Aus dem GKV-Katalog streichen

Versicherungen

Versicherungsfremde Leistungen: Aus dem GKV-Katalog streichen

Dtsch Arztebl 2001; 98(36): [154]

EB

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LNSLNS Jörg-Dietrich Hoppe spricht sich dagegen aus,
Notlagen über Zusatzversicherungen abzudecken.

Die Krankenkassenbeiträge sollten künftig nicht nur auf das Arbeitsentgelt, sondern auch auf andere Einkommensarten wie beispielsweise Kapitaleinkünfte erhoben werden, fordert Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundes­ärzte­kammer. „Das ist ein Gebot der Solidarität“, sagte er in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Auch müsse darüber nachgedacht werden, wie weit der Kran­ken­ver­siche­rungsschutz gehen solle und was dem Einzelnen an Eigenbeteiligung zuzumuten sei.
Zur Vermeidung von Beitragserhöhungen bedürfe es auch einer Ausgrenzung überflüssiger Leistungen aus der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Versicherungsfremde Leistungen wie Mutterschaftsgeld und Aufwendungen für künstliche Befruchtung seien über Steuern zu finanzieren. Dagegen müssten notwendige Gesundheitsleistungen weiterhin solidarisch finanziert werden: „Notlagen kann man nicht über private Zusatzversicherungen abdecken“, sagte Hoppe. Es gebe aber Leistungen, die das medizinisch Notwendige übersteigen. Das gelte zum Beispiel für Fahrtkosten und Vorsorgekuren, die nicht der Solidargemeinschaft aufgebürdet, sondern von jedem selbst gezahlt werden sollten.
In Beitragserhöhungen sieht Hoppe grundsätzlich keine Fehlentwicklung, wenn dadurch die Versorgung der Patienten gesichert werden könne. Stabile Beiträge seien eine Illusion, „solange wir das Niveau der medizinischen Versorgung halten, keine unzumutbaren Wartezeiten in Kauf nehmen, den medizinischen Fortschritt allen Kranken zur Verfügung stellen sowie den Alten und chronisch Kranken umfassend helfen wollen“. Demgegenüber werde der geplante Abbau angeblicher Überkapazitäten zu erheblichen Wartezeiten bei Kassenärzten und in Krankenhäusern führen. Auch die Anfahrtswege würden sich für die Patienten spürbar verlängern, wenn es zu einer deutlichen Reduzierung von Arztpraxen und Schließungen von Krankenhäusern kommen sollte. EB
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