ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 4/2001Internet-Auftritte der Systemhäuser: Zusatzservices sind noch selten

Supplement: Praxis Computer

Internet-Auftritte der Systemhäuser: Zusatzservices sind noch selten

Dtsch Arztebl 2001; 98(36): [7]

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Beim Blick auf die Websites der Praxis-EDV-Anbieter entsteht zuweilen der Eindruck, dass das Internet-Steinzeitalter noch nicht lange vorbei ist. Doch gibt es inzwischen auch Firmen-Homepages, die einen Besuch lohnen. Einige Beispiele werden exemplarisch vorgestellt.
Die grafisch-optische Gestaltung einer Website trägt wesentlich dazu bei, dass sich die Inhalte dem Besucher schnell erschließen und zum – wiederholten – Verweilen einladen. Hier liegt bei den Internet-Präsentationen der Systemhäuser noch einiges im Argen. Laienhaft wirkende Layouts und statische Präsentationen bestimmen das Bild. Immerhin ist die Homepage im Internet mittlerweile selbstverständlich geworden. Die meisten Firmen nutzen das Web in erster Linie, um sich und ihre Produkte vorzustellen und Werbung zu betreiben. Zusätzlich wird das Internet auch als Vertriebskanal eingesetzt: Die Anwender können aktuelle Updates der Programme herunterladen, beispielsweise wenn Änderungen der KVen zu spät für den CD-Versand eintreffen oder nachträgliche Korrekturen der Software erforderlich sind. Darüber hinausgehende Dienstleistungen, die den Internet-Auftritt aufwerten und dem Arzt einen „Zusatznutzen“ bringen, sind dagegen noch selten.
Pluspunkte für ein professionelles Design und nützliche Inhalte sammelt beispielsweise die Website von Medisoftware, Kiel (www.medisoftware.de): Auf der Homepage findet sich unter anderem eine Online-Demo des Programms, die dem Nutzer interaktive Erkundungsmöglichkeiten bietet. Als Ausgangspunkt für die Internet-Recherche ist eine umfangreiche strukturierte und kommentierte Link-Liste auf andere medizinische Server zu finden. Darüber hinaus gibt es für die eigenen Anwender einen geschlossenen Support-Bereich mit den Rubriken News, Chatroom und Online-Hotline. Als spezielles Content-Angebot gegen Gebühr oder bei Abschluss eines Vertrags wird auch eine Medizin-Recherche angeboten. Ein Überblick über Seminare mit Erläuterungen zu den Veranstaltungen sowie eine Volltextsuche über das komplette Angebot vervollständigen diese Homepage, in deren Mittelpunkt nach Auskunft des Unternehmens auch künftig der direkte Anwender-Support und die Content-Angebote stehen sollen.
Durch ein übersichtliches Layout und einige inhaltliche Zusatzangebote zeichnet sich auch die Homepage von med medicine online, Bergisch Gladbach, aus (www.medicineonline.de; www.medwinners.de). Neben der üblichen Produktpräsentation hat der Besucher dieser Website die Möglichkeit, das Programm Med Winner’s im Echtbetrieb mit Demo-Patientendaten im Internet zu testen. Dazu ist technisch lediglich der Microsoft Internet Explorer ab Version 4.0 erforderlich. Einer der Schwerpunkte auf den Internet-Seiten ist die detaillierte, verlinkte Auflistung der Praxisnetze, gegliedert nach Bundesländern. Darüber hinaus finden sich Tipps zur Kooperation innerhalb von Praxisnetzen. Per Newsletter- und Presse-Abo können sich Ärzte regelmäßig über Neuigkeiten zu Produkten und Praxis-EDV-Themen informieren lassen. Die Anbindung an den unternehmenseigenen Praxisshop (auch über die Adresse www.praxisshop.de erreichbar) sowie an die medizinische Buchhandlung Lehmanns und an den Online-Buchhändler Amazon erleichtern den Einkauf von medizinischen Produkten und Literatur.
Das einzige genossenschaftlich organisierte Systemhaus Duria, Düren (www.duria.de), bietet Informationen zur Geschäftsform Genossenschaft sowie eine technische Funktionsbeschreibung des gleichnamigen Praxisprogramms. Im geschlossenen Bereich haben die Anwender Zugang zu Updates, Korrekturen, Dokumentationen und internen Informationen. Den Händlern stehen zusätzlich Systeminformationen und die aktuelle Liste der Geräteanbindungen zur Verfügung. Duria-Mitglieder können sich darüber hinaus kostenfrei und komfortabel per Online-Anmeldung ein Standard-Praxisschild oder aber – kostenpflichtig – eine Homepage mit weiteren Einträgen einrichten lassen.
Die DOCexpert-Gruppe präsentiert sich als Verbund von Einzelfirmen auf einer einheitlichen Website. Zu jedem der Praxisprogramme (DOCconcept, DOCcomfort, Leisys, Leisys magna, Adamed, Adamed plus, Sisymed) können die Anwender nach dem gleichen Schema strukturierte Informationen online abrufen (www.docexpert.de; www.docexpertgruppe.de): Neben einer Übersicht gibt es jeweils eine Leistungsbeschreibung, ein Konfigurationsbeispiel, technische Spezifikationen und Schulungstermine. Dagegen sind die FAQ (Frequently Asked Questions) zu den Produkten – was Aufbau und Umfang angeht – unterschiedlich. Die Informationen zur Anbindung medizin-technischer Geräte sind noch nicht realisiert. Für den schnellen Überblick stehen eine Sitemap und eine Suchmöglichkeit zur Verfügung. Nach Vertriebspartnern zu den Programmen kann über die Eingabe einer Postleitzahl gesucht werden. Informationen zu neuen Updates lassen sich als gezipte PDF-Dateien herunterladen. Zur VCS-Kommunikationsschnittstelle sind Informationen abrufbar.
Nicht mehr gepflegt wird offensichtlich der Pressebereich – der aktuellste Text stammt von Anfang 2000. Einen Pluspunkt gibt es dagegen für die umfangreiche, thematisch strukturierte Linksammlung.
Mit freien Internet-Angeboten zusätzlich zur Produktinformation hält sich auch das zur CompuGroup gehörende Systemhaus CompuMed,
Koblenz (www.compumed.de), zurück. Das Unternehmen hat jedoch die eigene Homepage Mitte 2000 zu einer optisch ansprechenden Präsentation überarbeitet. Der Anwender findet dort übersichtlich strukturierte Textinformationen über die Produkte (M1, Arcos, Dorsymed, Onmed, Sysmed, V-doc) und die Zusatzmodule („mediserv“ für die Online-Abrechnung, „telemed“ für die Online-Kommunikation und das elektronische Bildarchiv „PraxisArchiv“). Darüber hinaus sind Informationen zum VCS-Standard eingestellt und Hotline-Zeiten und E-Mail-Adressen für die verschiedenen Produkt-Hotlines abrufbar. Unter der Rubrik „Service“ findet sich ein geschützter Bereich für Anwender mit Informationen, Updates, Anleitungen und Tipps zu den Programmen.
Die MCS AG, Eltville (www.mcs-ag.com), ist seit 1974 im Bereich Informationstechnologie aktiv. Auf der Website wird die „Historie“ des Unternehmens – von den Anfängen im „EDV-Steinzeitalter“ bis zur Gegenwart – dargestellt. Ärzte können auf der klar strukturierten Homepage die Praxissoftware „MCS-Isynet“ im Echtbetrieb testen. Dazu ist kein Download und auch keine Softwareinstallation erforderlich, sondern lediglich ein Internet-Zugang und der Internet Explorer von Microsoft. Beim Start der voll funktionsfähigen Software erscheint die elektronische Karteikarte, und der Anwender kann über die selbsterklärenden Symbolleisten die Tagesroutine durchspielen.
Die Rubrik „Praxisnetze“ enthält vielfältige Informationen zu diesem Bereich. Neben Erläuterungen zum VCS-Standard wird zum Beispiel das 1998 gegründete BIG – Biberacher Regionales Gesundheitsnetz vorgestellt und über ein Pilotprojekt zum Versand elektronischer Arztbriefe zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern der Region Biberach berichtet. Der Besucher der Website kann sich zudem ausgewählte Artikel aus der Kundenzeitschrift „MCS dialog“ ansehen – ein Online-Archiv gibt es (noch) nicht.
Zu (kostenpflichtigen) Service-Angeboten für MCS-Anwender gehören auch die Einrichtung eines Online-Praxisschildes, einer standardisierten oder auf Wunsch individuell gestalteten Arzt-Homepage sowie einer Internet-Adresse. Informationsmaterial zu Produkten kann darüber hinaus gezielt online angefordert werden.
Heike E. Krüger-Brand


Ausschnitte aus den Homepages von
Medisoftware (oben links), Duria (oben rechts) und Medicine online.


Ausschnitte aus den Websites der Firmen
DOCexpert, MCS und CompuMed
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