ArchivDeutsches Ärzteblatt39/1996Unterhalt: Darf der Vater selbst kürzen?

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Unterhalt: Darf der Vater selbst kürzen?

Buner, Wiebke

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LNSLNS Oft fragen sich Eltern: Meine Tochter (mein Sohn) ist 18 Jahre alt geworden, steht in einem Ausbildungsverhältnis. Darf ich jetzt meine Unterhaltszahlungen einstellen oder zumindest kürzen? Es kommt darauf an.
Zahlt (beispielsweise) der Vater den Regelunterhalt für sein nichteheliches Kind, so darf er von sich aus die Zahlungen einstellen. Denn Unterhalt steht in diesen Fällen grundsätzlich nur bis zur Volljährigkeit zu. Das Kind kann aber nachweisen, daß es sich noch in der Ausbildung befindet und nicht über ausreichende Einkünfte verfügt (oder daß es zwar nicht ausgebildet wird, aber aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, für sich selbst aufzukommen). Es muß dann allerdings den "angemessenen Unterhalt" gegebenenfalls selbst einklagen. Wird für ein eheliches Kind Unterhalt gezahlt, so können die Überweisungen eingestellt werden, wenn der gerichtliche Unterhaltstitel ausnahmsweise auf die Vollendung des 18. Lebensjahres des Kindes begrenzt ist. Sohn oder Tochter können den Unterhaltstitel aber bis auf das Ende der Ausbildungszeit "verlängern" lassen. Ist für die Unterhaltszahlungen die Berufsausbildung mitumfaßt, so muß dieser gerichtliche Titel - sofern keine einvernehmliche Einigung möglich ist - abgeändert werden, ehe man ans Kürzen denken darf. Erforderlich dafür ist eine Abänderungsklage beim Familiengericht. Dabei wird festgelegt, in welchem Umfang die Ausbildungsvergütung bei der künftigen Höhe des Unterhalts zu berücksichtigen ist. Wichtig: Das Gericht trifft seine Entscheidung für die Zeit nach Erhebung der Klage. WB
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