ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2001Drogenabhängige: Mehr Opiat-Rezeptoren

POLITIK: Medizinreport

Drogenabhängige: Mehr Opiat-Rezeptoren

Dtsch Arztebl 2001; 98(37): A-2318 / B-2008 / C-1865

EB

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LNSLNS Drogensüchtige scheinen sich mit der Zeit an das Rauschgift zu gewöhnen. Als Grund für diesen Effekt vermutet man bisher eine Abnahme der Opiatrezeptoren im Gehirn. Auch Tierversuche schienen diese Theorie zumindest teilweise zu stützen. Dr. Peter Schmidt vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Bonn machte eine gegenteilige Entdeckung. Die Ergebnisse werfen eine Reihe von Fragen auf. Schmidt untersuchte das Gehirngewebe von zwölf Drogentoten und verglich es mit Hirnmaterial von 13 nicht drogenabhängigen Verstorbenen. Er stellte fest, dass die Konzentration der Opiatrezeptoren in der Hirnrinde Drogenabhängiger höher war als in der Kontrollgruppe. In Tierversuchen dagegen war nach längerem Opiat-Konsum meist eine Abnahme der Rezeptorenzahl oder keine Veränderung festgestellt worden. Bei allen Drogentoten hatte eine Überdosis Heroin zum Tod geführt – eine häufige Ursache, da der Reinheitsgrad auf der Straße gehandelten Rauschgifts stark variieren kann. „Es ist aber auch möglich, dass eine plötzliche Zunahme der Rezeptorenzahl die Konsumenten empfindlicher für die Droge werden lässt“, mutmaßt der Rechtsmediziner. Vielleicht hätten einige Menschen aber auch von Natur aus mehr Opiatrezeptoren – und neigten aus diesem Grunde eher als andere dazu, opiathaltige Drogen zu konsumieren. EB

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