ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2001Raus aus dem Jammertal: Endlich - öffentlich thematisiert

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Raus aus dem Jammertal: Endlich - öffentlich thematisiert

Dtsch Arztebl 2001; 98(37): A-2333 / B-2020 / C-1873

Forster, J.

zu unserer Berichterstattung vom 104. Deutschen Ärztetag über Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte von Jens Flintrop in Heft 22/2001
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LNSLNS Sehr guter Artikel über die Themen und Beschlüsse des Deutschen Ärztetages.
Insbesondere die Thematik „Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte“ wurde ja mal richtig ins Licht gerückt, und das ist gut so. Wenn man die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes im ärztlichen Sektor der Kliniken unter die Lupe nimmt, glaubt man nicht, dass wir in Deutschland sind, wo schon seit Otto von Bismarck eine arbeitsrechtliche Gesetzgebung existiert. „Moderne Sklaverei“ ist ein treffender Ausdruck meines Chefs für diese Zustände. Ich erwähne hier bewusst meinen Vorgesetzten als den Urheber dieses Ausdrucks, da er zumindest in Worten seine Solidarität mit uns Assistenzärzten erklärt. Welche Möglichkeiten des Arbeitskampfes haben denn diejenigen, die ihren Beruf mit großem Idealismus und irgendwie „für den Dienst am Menschen“ erlernt haben?
Arbeitskampf gegen die Ausbeutung, die man in anderen Berufsgruppen im Europa des dritten Jahrtausends gar nicht mehr für möglich hält; wenn wir von Arbeitskampf reden, geraten wir schnell und leicht auch in das zwielichtige Image der „gut verdienenden Ärzte, die zugunsten ihres Profits auch noch die Behandlung von Menschen ablehnen“ (etwa, wenn wir uns zeitweise auf die ausschließliche Behandlung von Notfällen beschränken würden). Wer tritt für unsere Interessen ein, wenigstens für ein Minimum an Recht auf geregelte und vergütete Arbeitszeit? Gut, dass die Zustände innerhalb der deutschen Ärzteschaft öffentlich endlich vehement thematisiert werden. Ich kenne viele Kollegen, die – wie ich persönlich – an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit stehen. Und dies betrifft sämtliche Lebensbereiche. Die „Helden im Dienste der Menschlichkeit“ sind – alles in allem – eher tragische Figuren.
J. Forster, Eibenweg 19, 66459 Limbach
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