ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2001Raus aus dem Jammertal: Warum haben Funktionäre so lange geschwiegen?

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Raus aus dem Jammertal: Warum haben Funktionäre so lange geschwiegen?

Dtsch Arztebl 2001; 98(37): A-2333 / B-2020 / C-1873

Storm, Kurt

zu unserer Berichterstattung vom 104. Deutschen Ärztetag über Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte von Jens Flintrop in Heft 22/2001
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LNSLNS Bezug nehmend auf Ihren hervorragenden Beitrag, möchte ich wie folgt kurz Stellung nehmen. Es wundert mich sehr, dass erst jetzt die Ausbeutung der jungen Kolleginnen und Kollegen angeprangert wird.
Im zweiten Monat nach meiner Approbation (1976) war ich als wissenschaftlicher Assistent der Universitätsklinik München für 360 (!) Stunden auf dem Dienstplan eingeteilt (davon wurden 160 Stunden tariflich und 80 Stunden als Überstunden bezahlt, für die restlichen 120 Stunden erhielt ich nicht einmal ein Dankeschön, im Gegenteil, ich wurde noch gerügt, warum ich mich nicht noch zusätzlich in der experimentellen Chirurgie engagiert habe). „Druckmittel“ war damals schon der berühmt-berüchtigte Ein-Jahres-Vertrag. Da ich mir meine Weiterbildung zum Allgemeinarzt so nicht vorgestellt hatte, wechselte ich nach fünf Monaten an ein Städtisches Krankenhaus (in dem die Gewerkschaft starken Einfluss hatte), was eine erhebliche Verbesserung in puncto Arbeitszeiten bedeutete.
Es stellt sich nun die Frage: Warum haben viele Ärztefunktionäre, die auch heute noch in Amt und Würden sind, so lange geschwiegen, wo doch die Missstände offensichtlich waren, und warum bedurfte es erst eines Gerichtsurteils, um die Ausbeutung öffentlich zu machen?
Dr. med. Kurt Storm, Stiftsbogen 18, 81375 München
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