ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2001Raus aus dem Jammertal: An die Öffentlichkeit gehen

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Raus aus dem Jammertal: An die Öffentlichkeit gehen

Dtsch Arztebl 2001; 98(37): A-2336 / B-1895 / C-1738

Seidlitz, Florian

zu unserer Berichterstattung vom 104. Deutschen Ärztetag über Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte von Jens Flintrop in Heft 22/2001
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LNSLNS . . . Als Assistenzarzt arbeite ich zurzeit in einer großen Stuttgarter Klinik auf der herzchirurgischen Intensivstation im Schichtdienst. Die hier behandelten Patienten haben eine schwere Operation hinter sich und befinden sich mitunter in kritischem Zustand, welcher rasche und richtige intensivmedizinische Maßnahmen erfordert. Bezahlt wird diese Tätigkeit wie folgt: Grundvergütung: 5 200 DM plus Ortszulage, Nachtzuschlag 2,50 DM (zwei Mark fünfzig) pro Stunde. Nun muss ich der Presse entnehmen, dass die Metall-Gewerkschaft das Projekt „5 000 x 5 000“ hat scheitern lassen. Es ist einem bisher Arbeitslosen also nicht zuzumuten, für die Entlohnung, die ein Arzt mit abgeschlossenem Hochschulstudium und höchst verantwortungsvoller Tätigkeit erhält, zu arbeiten? Ich denke eher, dass die Ärzte unterbezahlt sind, ein weiterer Punkt, wie Ärzte ausgebeutet werden. Für unser Gehalt arbeitet kein Akademiker in der freien Wirtschaft! Es wird Zeit, dass die Ärzteschaft mit ihren Standesvertretungen ruhig und sachlich, aber mit harten Fakten an die Öffentlichkeit geht. Ich bin auch strikt gegen Gehaltseinbußen, falls je der Bereitschaftsdienst durch Schichtarbeit ersetzt wird. Meiner Meinung nach haben wir Anrecht auf eine Bezahlung, wie sie in der freien Wirtschaft üblich ist.
Dr. med. Florian Seidlitz, Wagnerstraße 7, 70771 Leinfelden-Echterdinge
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