ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2001Psychoanalyse – Hilfreich: Freunde

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Psychoanalyse – Hilfreich: Freunde

Dtsch Arztebl 2001; 98(37): A-2340 / B-1995 / C-1877

Röser, Constantin

Zu dem Beitrag „Schwierige Evaluation“ von Petra Bühring in Heft 30/2001:
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LNSLNS Gut und interessant dieser Artikel, aber welches Medikament würde bei solch schlechter Datenlage zugelassen? Placebo-Vergleichsgruppe? Nebenwirkungen! Gesellschaftliche Ineffektivität hat schon der alte Wilhelm Reich vor Jahrzehnten festgestellt. Eine Gesellschaft, die so viel Psychotherapie braucht, braucht eine Psychohygiene, damit die Menschen erst gar nicht so verborgen werden. Genauso ist individuelle Krankengymnastik ineffektiv, weil sie den Verbiegungen und Verspannungen hinterherrennt, sollte man die Therapeuten lieber zur Prophylaxe einsetzen. Poetisch formuliert hat Antoine de Saint-Exupéry das Problem der entfremdeten Menschheit schon vor 55 Jahren: „Ich habe nicht viel Zeit“, antwortete der kleine Prinz, „ich muss Freunde finden und viele Dinge kennen lernen.“ „Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, sagte der Fuchs. „Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr . . .“, sondern Therapeuten als Surrogate. Und um wie viel würde ein echter Freund psychisches Leiden bessern? Vielleicht wäre das die Placebogruppe.
Dr. med. Constantin Röser, Mittelstraße 88, 53474 Bad Neuenahr
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