ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2001Sportmedizinische Aspekte des Golfsports

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Sportmedizinische Aspekte des Golfsports

Dtsch Arztebl 2001; 98(37): A-2356 / B-2034 / C-1886

Wolff, Roland; Boldt, Folker

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LNSLNS Zusammenfassung
Mit der wachsenden Beliebtheit des Golfspielens nehmen auch medizinische Probleme dieser Sportart zu. Die Herz-Kreislauf-Beanspruchung ist beim Golfsport im Allgemeinen gering bis moderat. Sie wird im Wesentlichen bestimmt vom allgemeinen Trainingszustand, den äußeren Bedingungen (klimatische Verhältnisse, Geländebeschaffenheit) und der psychischen Belastung. Das Stütz- und Bewegungssystem wird dagegen durch die spezielle Bewegung beim Golfschwung, besonders bei fehlerhafter Technik und zu hohen Trainingsumfängen, häufig kritisch belastet. Circa 40 Prozent der Freizeitgolfer leiden zumindest zeitweise unter Beschwerden, vor allem im Bereich des Rückens, der Hand– und Ellenbogengelenke. Die Behandlung sollte neben der Empfehlung eines golfspezifischen Ausgleichs- und Fitnesstrainings auch eine Analyse und gegebenenfalls Modifikation des Golfschwungs beinhalten. Golf ist insgesamt betrachtet eine Sportart, die aufgrund der körperlichen Mehraktivität und des moderaten und dosierbaren Beanspruchungsprofils auch unter präventivmedizinischen Gesichtspunkten empfohlen werden kann.

Schlüsselwörter: Golf-Energieumsatz, kardiales Risiko, Verletzung, Überlastungsschaden

Summary
Medical Aspects of Golf
Golf has become more and more popular. This implies that physicians have to manage an increasing number of golf specific medical problems. With respect to the cardiovascular system golf has a moderate intensity. Modulating factors are personal fitness, enviromental conditions, and psychological stress. However, muscles, bones, and joints underlie a specific strain which may be dramatically increased due to an insufficient golf technique. Approximately 40 per cent of recreational golf players suffer from orthopedical problems like back, hand or elbow injuries and/or pain occasionally. Thus, medical attendance towards golf players should include golf specific complementary exercise, an accurate analysis of the golf technique, and if necessary a reasonable modification of the latter. In conclusion, golf is an event which offers additional physical activity with a variety of physiopsychologic tasks at moderate exercise intensity. Contributing to the specific conditions of medical attendance and consequences, golf may be recommended as a mode of exercise with a beneficial impact on preventive medical aspects.

Key words: golf-energy uptake, cardiac risk, injury


Weltweit gehört Golf zu den beliebtesten Sportarten. Auch in Deutschland entwickelt sich Golf zunehmend zum Breitensport. So hat sich seit 1987 die Zahl der Golfspieler auf derzeit circa 350 000 verdreifacht. Das Golfspielen wird vielfach als eine Sportart angesehen, für die keine besonderen körperlichen Voraussetzungen erforderlich sind, da die Belastung als eher gering eingeschätzt wird. Der Golfsport wird auch in nächster Zeit weiter expandieren. Daher ergibt sich ein zunehmender Informationsbedarf bei Ärzten, Trainern (Pros), Spielern und Patienten (7).
Leistungsphysiologische Grundlagen
Bei einer Golfrunde werden 18 Löcher gespielt und hierbei circa 100 bis 200 Schwünge, einschließlich Probeschwünge, durchgeführt. Zwischen den einzelnen Schlägen bewegt sich der Spieler zu Fuß fort. Allerdings kann auch ein spezielles Gefährt (Buggy) benutzt werden. Die Golftasche mit den Schlägern, die circa 10 bis 15 kg wiegt, wird nur noch selten getragen, sondern auf einer speziellen Karre (Caddywagen) gezogen. Insgesamt werden während einer Golfrunde circa 8 bis 10 km während 4 bis 6 h zurückgelegt. Die Sauerstoffaufnahme steigt während einer Runde in Abhängigkeit vom Geländeprofil um das zwei- bis vierfache auf circa 0,8 bis 1,2 l/min an (9, 35, 41), was einer Inanspruchnahme von circa 40 bis 60 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme entspricht. Damit liegt die aerobe Beanspruchung im Grenzbereich der Trainingsreizschwelle von mindestens 50 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme beziehungsweise 65 Prozent der maximalen Herzfrequenz bei untrainierten Personen (1, 12). Die Ausdauerleistungsfähigkeit (aerobe Kapazität) von Golfspielern unterscheidet sich deshalb kaum von Untrainierten (6, 16). Die Lactatkonzentrationen bleiben unverändert niedrig oder steigen nur gering bei stärkerer Belastung in hügeligem Gelände an (9, 39, 41). Der aus dem Sauerstoffverbrauch errechnete Energieumsatz beträgt circa 4 bis 5 kcal/min. Dies entspricht einem Energieverbrauch von circa 1 000 bis 1 500 kcal bei einer Runde von 18 Löchern (9, 18, 28, 41). Hierbei werden, im Gegensatz zum Tennis, vorzugsweise Fette verbrannt (9, 16), was präventivmedizinisch bedeutsam ist. Bei älteren Golfspielern konnte gezeigt werden, dass bei dreimal wöchentlichem Golfspielen Triglyceride und LDL-Cholesterin nach einem Jahr gesenkt waren (30). Der präventive Effekt von körperlicher Aktivität wird wesentlich vom Energieverbrauch bei dominant aerober Stoffwechselbeanspruchung mit Aktivierung der Lipolyse bestimmt. Eine signifikante Senkung des Koronarrisikos kann bereits durch einen wöchentlichen Energiemehrverbrauch von 2 000 kcal erreicht werden. Bei zwei Golfrunden/Woche werden damit die Anforderungen an eine gesundheitsfördernde Belastung erfüllt (1, 41).
Kardiologische Aspekte
Messungen der Herzfrequenz während des Golfspielens zeigen einen Anstieg auf durchschnittlich 80 bis 120 Schläge pro Minute. Im Einzelfall können jedoch deutlich höhere Werte, insbesondere bei Anfängern oder unter Wettkampfbedingungen, erreicht werden (16, 26, 41). Während die sympathikoadrenerge Aktivierung bei einer Trainingsrunde im Mittel nur gering erhöht ist (9, 16), kann es unter Wettkampfbedingungen jedoch zu einer deutlichen Stressreaktion, gemessen am Anstieg des Cortisols, kommen (26).
Nichtinvasive Blutdruckmessungen mit der Manschettenmethode nach
Riva-Rocci während des Golfspiels wurden nur vereinzelt zwischen den einzelnen Schlägen durchgeführt. Sie zeigen einen geringen bis mittleren Anstieg des systolischen Blutdrucks (35). Für die Beurteilung des Blutdrucks während des Schwungs wären invasive Messungen erforderlich. Es muss angenommen werden, dass der Blutdruck hierbei, insbesondere bei Pressschlägen, deutlicher ansteigt, was für Patienten mit Gefäßschäden ein erhöhtes Risiko darstellen kann. Auch unter Wettkampfbedingungen muss mit höheren Werten gerechnet werden, was insbesondere bei der Beratung von Koronarkranken oder Hypertonikern beachtet werden sollte.
Aufgrund der nur geringen bis mittleren kardialen Beanspruchung, die einer ergometrischen Leistung von 50 bis 70 Watt (circa 1 Watt/kg Körpergewicht) entspricht, kann Golfspielen auch Koronarkranken empfohlen werden (4, 39). Bedeutsame Rhythmusstörungen traten beim Golfspielen, auch im Vergleich zu anderen Sportarten, nicht oder nur vereinzelt auf (4, 16, 39). Diese waren allerdings dann, wie in einer Studie bei zehn Koronarpatienten gezeigt werden konnte, im vorausgegangenen Belastungs-EKG auf dem Fahrradergometer nicht immer nachweisbar (4). Bei gefährdeten Patienten sollte deshalb ein Langzeit-EKG auch während des Golfspiels durchgeführt werden. Wenn auch die kardiale Beanspruchung insgesamt als gering einzuschätzen ist, können doch bei stärker profiliertem Gelände, bei Hitze oder schlechtem Trainingszustand deutlich intensivere Beanspruchungen auftreten, die dann auch eine potenzielle Gefährdung darstellen. In einer retrospektiven Studie über kardiale Todesfälle bei Freizeitsportlern in Rhode Island waren in 23 Prozent Golfer betroffen. Hierbei handelte es sich jedoch um Spieler im fortgeschrittenen Alter mit nachgewiesener koronarer Herzkrankheit (33). Deshalb gilt auch für Golfer jenseits des 35. Lebensjahres die Empfehlung, sich vor Aufnahme der sportlichen Aktivität einer eingehenden sportärztlichen Untersuchung zu unterziehen.
Beanspruchung des Stütz- und Bewegungssystems
Leistungsbestimmender Faktor für einen guten Golfschwung ist die Koordination, weniger die Kraft. Beim Rückschwung werden die Schulter, die Hüften, die Kniegelenke und die Wirbelsäule rotiert. Probleme können an der Lendenwirbelsäule und am Handgelenk entstehen. Der Abschwung mit dem Treffmoment komprimiert das rechte Handgelenk beim Rechtshänder. Das rechte Kniegelenk wird valgisierend belastet. Nach dem Ballkontakt wird im Durchschwung besonders die Lendenwirbelsäule beansprucht (24, 34 ). Der Golfschwung bewirkt ein komplexes Belastungsmuster der Wirbelsäule. Nach Hosea und Mitarbeitern (13) treten Scherkräfte in Größenordnungen von 596 N bei Amateuren und 329 N bei professionellen Spielern auf, Kompressionskräfte liegen beim Achtfachen des Körpergewichts (19).
Das Ende des Durchschwungs, besonders bei ausgeprägtem Finish, ist mit einer Hyperlordosierung verbunden. Beim Putten wird die Rücken-/ Streckmuskulatur statisch beansprucht. Sie neigt bei ungenügender Ausbildung zur Verkürzung und zum Hartspann, was häufig ebenfalls Ursache von Beschwerden ist. Der Golfschwung erfordert eine hohe synchrone Aktivität im Bereich der Rotatorenmanschette. Rechtshändige Golfspieler klagen eher über Probleme im Bereich der Rotatorenmanschette der linken Schulter (32, 37). Stover und Mitarbeiter (37) schätzten die unterschiedliche Belastung der Hüften beim Golf ab: Der bekannte Golfspieler Jack Nicklaus wurde kürzlich mit einer Hüftprothese (an der „Führungshüfte“) versorgt (19).
Spezifische Verletzungen
Sportartspezifische Verletzungen beim Golf sind relativ selten (43). Sie entstehen durch Unachtsamkeit beim Schwung (Schlägerverletzung) oder durch Ballverletzung (Platzwunden, Augenverletzungen), bei Fehlschlägen sowie beim Schlag in den Boden. Akute Muskelverletzungen (Muskelzerrungen, Muskelrisse) und Verstauchungen betreffen vor allem die Rückenstreckmuskulatur, Schultergürtel (bei „Luftschlägen“) und Arme (Ellenbogen, Handgelenke). Auch Distorsionen des Sprunggelenks können auftreten (3, 11, 19, 22, 24, 25, 27, 29, 36, 42, 45).
Eher außergewöhnlich sind Verletzungen, die durch eine „unsachgemäße“ Nutzung des elektrischen Golfkarrens hervorgerufen werden (31) sowie Wirbelkörperkompressionsfrakturen beim Golf, die bei älteren Frauen (58, 63, 66 Jahre) mit Osteoporose beschrieben wurden (8). Ferner können Frakturen am Haken des Os hamatum auftreten (24, 38).
Beschwerden durch Überlastung
Über Beschwerden als Folge chronischer Überlastung klagen mehr als 40 Prozent der Golfer (34, 45). Betroffen sind vor allem Wirbelsäule, Ellenbogengelenk und Hand sowie Schulter, seltener das Kniegelenk, wobei sich die häufigste Lokalisation in Abhängigkeit von der Erfahrung (Technik, Alter und Geschlecht) leicht modifiziert (24).
Männer klagen häufiger über Beschwerden als Frauen und Anfänger wiederum häufiger als fortgeschrittene Golfspieler. Beim professionellen Golfer sind meist Handgelenk und Schulter betroffen, Ursache der Überlastung ist die häufig wiederholte gleichförmige Bewegung. Der Freizeitsportler „schädigt“ sich eher durch falsche Technik. Bei älteren Golfspielern treten häufig Überlastungsbeschwerden im Bereich der linken Hand auf. Ursache sind die wiederholte Extension und Radialabduktion des Handgelenks beim Golfschwung (23).
Rücken
Die Rumpfdrehung beim Golfschwung, die anhaltende Vorneigung beim längeren Üben von kurzen Schlägen und die extreme Hyperlordosierung der Lendenwirbelsäule am Schwungende bei Distanzschlägen können auch bei jüngeren Sportlern zu Schmerzen im Rückenbereich führen. Von den Bandscheiben werden vor allem Torsion und Hyperextension schlecht toleriert – insbesondere bei unzureichender muskulärer Führung.
Bei jüngeren Spielern finden sich Tendopathien im Bereich der Rückenmuskulatur (43). Als präventive Maßnahme wird die ausgewogene Kräftigung der gesamten Rumpfmuskulatur empfohlen, zumal bei Golfspielern starke muskuläre Dysbalancen in den Lateralflexoren und Rotatoren des Rumpfes nachgewiesen wurden (40). Bei Rückenbeschwerden sollte die Drehbewegung verkürzt und eine Hyperlordosierung am Ende des Drehschwungs (Finish) vermieden werden. Schwere Wirbelsäulenveränderungen und Instabilitätsprobleme (zum Beispiel symptomatische Spondylolisthesis) stellen eine Kontraindikation zum Golfsport dar (5) beziehungsweise
erfordern eine vorherige intensive sportorthopädische Beratung.
Golf bei Protrusionen oder Prolaps der Bandscheiben
Bandscheibenprolaps oder Bandscheibenprotrusion beziehungsweise Zustand nach Nukleotomie stellen keine generelle Kontraindikation dar. Asymptomatische Bandscheibenvorfälle, also Bandscheibenschäden ohne klinische Manifestation, sind als Zufallsbefunde bei so genannten „Bandscheibengesunden“ in bis zu 25 Prozent der Fälle objektiviert worden (21).
Bei bis zu sechs Prozent handelt es sich um sequestrierte Vorfälle – zahlreiche Golfspieler haben also einen Vorfall, ohne davon zu wissen. Als Kontraindikation für das Golfspiel ist der akute Vorfall mit entsprechender Schmerz- beziehungsweise neurologischer Symptomatik anzusehen.
Extremitäten
Die Diagnose „Golferellenbogen“ beschreibt eine Insertionstendopathie des Musculus pronator teres und der Hand- sowie Fingerbeuger, die am Epicondylus humeri ulnaris ansetzen. Ursache der Beschwerden ist der zu feste, verkrampfte Griff des Golfschlägers mit der rechten Hand sowie der forcierte Übergang der rechten Hand aus einer Mittelstellung in die Pronation im Treffmoment des Balls (43, 44). Vor allem ältere Spieler mit einer falschen Technik sind betroffen. Spieler, die den linken Ellenbogen beim Rückschwung stark gebeugt halten, führen eine verstärkte Streckbewegung beim Abschlag durch, was zu einer vermehrten Belastung der Extensoren des Unterarms und einer Insertionstendopathie am radialen Epicondylus führen kann (24). Abhilfe schaffen hier eine verbesserte Technik, ein veränderter Schlägergriff und eventuell eine kurzzeitige medikamentöse Therapie.
Die Beschwerden bei der so genannten „Golfschulter“ werden durch entzündliche Veränderungen der langen Bizepssehne hervorgerufen (43). Das stereotype wiederholte Üben des Golfschwungs zwingt die Supraspinatussehne bei der Elevation des Arms immer wieder in die Enge zwischen Schulterdach und Humeruskopf, was degenerative Veränderungen provozieren kann (Impingementsyndrom). Das Durchschwingen des Golfschlägers führt zu hohen Pressdrücken im Schultereckgelenk und kann hier ebenfalls Schäden hervorrufen (22, 43). Bei therapieresistenten Beschwerden können lokale Injektionen beziehungsweise eine veränderte Technik (verkürzter Golfschwung) hilfreich sein.
Innenband und Innenmeniskus des Kniegelenks sind in der Endphase des Golfschwungs einem erhöhtem Valgus- und Außenrotationsstress ausgesetzt, was bei älteren Golfspielern zu einer Ligamentopathie und Meniskopathie führen kann (11, 42, 43).
Ermüdungsbrüche
Auch Stressfrakturen als Folge chronischer Überlastung werden an unterschiedlicher Lokalisation beschrieben: Rippen (20), Ulna (17), Sternum (2), Tibia (10); sie sind jedoch eher selten. Die „Behandlung“ besteht im Wesentlichen in einer Reduzierung der Belastung.
Golf mit Endoprothesen
Golfspielen ist auch mit Hüftendoprothesen möglich, wenn die postoperative Rehabilitation abgeschlossen ist, das Gelenk wieder ausreichend beweglich ist und muskulär geführt sowie stabilisiert werden kann (unauffälliges Gangbild). Eine zementfreie Prothese muss stabil in den Knochen integriert sein.
Wann mit dem Golfspiel begonnen werden kann, sollte mit dem behandelnden Orthopäden abgesprochen werden. Beim Gehen auf Rasen sind keine besonderen Belastungen der Hüfte zu erwarten. Problematisch könnten beim Abschlag Drehmomente werden, die die Verankerung der Prothese belasten – insbesondere, wenn die Hüfte nicht ausreichend muskulär stabilisiert werden kann. Daher sollte die Drehbewegung beim Schwung verkürzt und eine ausgeprägte Rechts-/Linksbewegung mit starker Belastung des linken Hüftgelenks (beim Rechtshänder) vermieden werden. Auch eine Kniegelenkprothese stellt keine Kontraindikation gegen das Golfspielen dar (5, 11, 22).
Prävention
Wirksamen Schutz vor Verletzungen bietet die Beachtung der Golfetikette (43). Präventive Maßnahmen sind ferner das Erlernen einer guten Technik, ein allmähliches und gezieltes Aufbautraining, Aufwärmen, begleitende beziehungsweise vorbereitende Muskelkräftigung, Gymnastik sowie Stretching.
Insbesondere zur Vermeidung von Rückenbeschwerden wird ein kräftiges Muskelkorsett empfohlen. Durch Modifizierung des Golfschwungs (kürzerer Schwung, Vermeiden eines Finish mit deutlicher Hyperlordosierung der Wirbelsäule) und ein ergänzendes Fitnesstraining kann die Belastung des Stütz- und Bewegungssystems deutlich reduziert werden.

zZitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 2001; 98: A 2356–2360 [Heft 37]

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über das Internet (www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.

Anschrift für die Verfasser:
Dr. med. Folker Boldt
Landesinstitut für Sportmedizin Berlin
Clayallee 225 C
14195 Berlin



1 Landesinstitut für Sportmedizin (Leiter: Dr. med. Folker Boldt), Berlin
2 Institut für Sportwissenschaft, Abteilung Sportmedizin (Direktor: Prof. Dr. med. Roland Wolff) der Humboldt-Universität zu Berlin


Abbildung: Lokalisation und Häufigkeit von Überlastungsschäden und Verletzungen beim Golf (modifiziert nach [3, 25, 34])
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