ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2001Mitteilungen: Erläuterungen zu den zum 1. Oktober 2001 in Kraft tretenden Ergänzungen und Änderungen der Psychotherapie-Vereinbarungen

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Erläuterungen zu den zum 1. Oktober 2001 in Kraft tretenden Ergänzungen und Änderungen der Psychotherapie-Vereinbarungen

Dtsch Arztebl 2001; 98(37): A-2382 / B-2055 / C-1907

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LNSLNS Die nachstehend veröffentlichten Änderungen und Ergänzungen der Psychotherapie-Vereinbarungen beinhalten eine fachliche Anpassung an die Gegebenheiten zur Durchführung von Expositionsbehandlungen in der Verhaltenstherapie, eine Konkretisierung der Verpflichtungen der Gutachter für Psychotherapie, die Streichung redundanter Angaben zum Antrags- und Gutachterverfahren, Verpflichtung des Therapeuten zur Angabe über Beendigung oder Abbruch einer psychotherapeutischen Behandlung, Wiederaufnahme der Möglichkeit der Krankenkasse, jeden Antrag auf Psychotherapie einem Gutachter zur Prüfung zu übergeben, sofern sie dies für erforderlich hält, redaktionelle Anpassungen an zwischenzeitlich geänderte PTV-Formblätter bzw. den Konsiliarbericht und die Möglichkeit, bestimmte PTV-Formblätter auch als Blankoformular in der Praxis des Therapeuten auszudrucken.
Bei der unter Nr. 1. aufgeführten Änderung handelt es sich hier um eine fachliche Anpassung dahingehend, dass die für eine Behandlung außerhalb der Praxisräume des Therapeuten bei Expositionsbehandlungen in der Verhaltenstherapie vorgesehene Begründung auch in einem Antragsverfahren auf Kurzzeittherapie, das nicht unbedingt gutachterpflichtig sein muss, erfolgen kann.
Mit der unter Nr. 2. aufgeführten Ergänzung soll deutlich gemacht werden, dass die in den Vereinbarungen insgesamt aufgeführten Verpflichtungen für die Gutachter zu beachten sind und dass deren Verletzung ggf. den Ausschluss aus dem Gutachterkreis nach sich ziehen kann. In der bisherigen Formulierung war eine Eingrenzung der Verpflichtung lediglich auf die in Abs. 5 genannten Anforderungen explizit gegeben.
Die unter Nr. 4 aufgeführte Streichung des Absatzes eliminiert redundante Aussagen zum Antrags- und Gutachterverfahren, die schon an anderen Stellen der Vereinbarung erläutert werden.
Die unter Nr. 5. aufgeführte Ergänzung wurde auf Wunsch der Spitzenverbände der Krankenkassen im Hinblick auf die Angabe des Therapeuten über Beendigung einer Behandlung aufgenommen. Bisher war lediglich eine Angabe über den Abbruch einer Behandlung in den Vereinbarungen verlangt. Die Krankenkassen möchten sich mit dieser Angabe einen Überblick darüber verschaffen, in welchem Stundenumfang Behandlungen tatsächlich bis zu ihrer Beendigung durchgeführt werden.
Durch die unter Nr. 6. aufgeführte Ergänzung wird die Möglichkeit zur grundsätzlichen Prüfung von Anträgen im Gutachterverfahren durch die Krankenkassen, die schon in § 8 Abs. 2 der bis zum 31. 12. 1998 gültigen Psychotherapie-Vereinbarungen enthalten und wegen der Anpassung an die Gegebenheiten der gutachterpflichtigen Kurzzeittherapie nicht übernommen worden war, wieder in die Vereinbarung aufgenommen. In diesem Zusammenhang wird sicherlich verstärkt darauf geachtet werden müssen, inwiefern die Krankenkassen von dieser grundsätzlichen Möglichkeit lediglich dann Gebrauch machen, wenn ein Interesse an einer Prüfung durch einen Gutachter im Einzelfall tatsächlich begründet ist. Dies scheint z. B. dann denkbar, wenn bei Patienten schon vermehrt psychotherapeutische Behandlungen gegebenenfalls auch als Kurzzeittherapie in der Krankengeschichte festgestellt werden können, sodass es auch bei einer Kurzzeittherapie sinnvoll erscheinen kann, vor Beginn der Behandlung deren Notwendigkeit bzw. Prognose nochmals durch einen qualifizierten Gutachter beurteilen zu lassen.
Die unter den Nrn. 7 bis 10 aufgeführten redaktionellen Änderungen stellen notwendige Anpassungen an die zwischenzeitlich geänderten PTV-Formblätter dar.
Weiterhin ist die unter Nr. 10 aufgeführte Bestimmung erwähnenswert, wonach ab dem 1. 10. 2001 die Formblätter PTV 1, PTV 2 und PT 3 KZT a/b/c, PT 3 KZT a/b/c (K) und VT 3 KZT a/b/c auch als Blankoformulare entsprechend den dafür festgelegten Vorschriften in der Praxis des Therapeuten ausgedruckt werden können. Dadurch vereinfacht sich das Antragsverfahren in der Psychotherapie für diejenigen Therapeuten, die über entsprechende technische Voraussetzungen zur Blankoformulardruckung in der Praxis verfügen.
Die entsprechenden Änderungen und Ergänzungen treten zum 1. 10. 2001 in Kraft. Zur Veröffentlichung ist die entsprechende Änderungsvereinbarung der Psychotherapievereinbarung beigefügt, die inhaltsgleich mit der Änderungsvereinbarung zur Anlage 1 zum Arzt-/Ersatzkassenvertrag ist.
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