ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2001Arzneimittel: Apotheker wählen das Präparat

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Arzneimittel: Apotheker wählen das Präparat

Dtsch Arztebl 2001; 98(38): A-2388 / B-2039 / C-1914

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LNSLNS Ärzte sollen nur noch Substanzen verschreiben.
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt will mit einer neuen Regelung die steigenden Arzneimittelkosten in den Griff bekommen: Ärzte sollen künftig nur noch Wirkstoffe verordnen, kündigte die Ministerin an. Die Auswahl des Präparats solle auf die Apotheker übertragen werden, die das preisgünstigste Medikament abgeben sollen. Der Vorschlag erhielt bei den Apothekern volle Unterstützung: „Wir sind gern bereit, verantwortlich an der Lösung der Ausgabenproblematik im Arzneimittelbereich mitzuwirken“, erklärte Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Bundes­ärzte­kammer signalisierten Zustimmung. Der zweite Vorsitzende der KBV, Dr. Leonhard Hansen, sagte, man wolle die Apotheker stärker in die Verantwortung einbinden. Bundes­ärzte­kammerpräsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe verwies darauf, dass die Krankenhausärzte schon seit Jahren eine solche Regelung praktizierten. Kritik kommt vom Hartmannbund: Die Versorgung von Langzeitpatienten könne qualitative Einbrüche erfahren, befürchtet der Vorsitzende Hans-Jürgen Thomas. Kritik kommt auch vom Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels, der keine Einsparmöglichkeiten durch die Umsetzung des Vorschlags sieht. Das generikafähige Potenzial sei durch die Festbeträge vollständig ausgeschöpft. Bereits jetzt nehme Deutschland eine Spitzenposition bei der Verordnung von Generika ein.
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