ArchivDeutsches Ärzteblatt39/1996Schmetterlingspark: 2 000 quirlige Insekten

VARIA: Feuilleton

Schmetterlingspark: 2 000 quirlige Insekten

Wilp, Rita

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LNSLNS Unter der zehn Meter hohen Glaskuppel schwirren zahlreiche Schmetterlinge in allen erdenklichen Farben: Leuchtendblau, Signalrot, Zitronengelb, Nachtschwarz und Tiefbraun. Es herrschen Temperaturen wie im Urwald. Bei knapp 30 Grad Wärme und rund 70 Prozent Luftfeuchtigkeit lassen sich die Falter zwischendurch auf meterhohen Bananenstauden, exotischen Kamelfußbäumen, großblättrigen Feigenbäumen oder schnell-sprießenden Bambuspflanzen nieder. Dort verschnaufen sie kurz, bevor sie wieder ihren Tanz durch die Lüfte aufnehmen. Mitten in diesem tropischen Ambiente fühlt sich Monika Johanning wohl. Die ehemalige Krankenschwester leitet seit mehr als drei Jahren den Schmetterlingspark in Uslar. Sie tauschte von heute auf morgen die Arbeit am Krankenbett mit der Pflege und Aufzucht der quirligen Insekten.
Neun Jahre lang arbeitete Monika Johanning als Krankenschwester. Bei der Arbeit im Krankenhaus sei ihr vor allem das Gespräch mit den Patienten wichtig gewesen, sagt die 42jährige. Doch diese Kontakte seien wegen der vielen Arbeit häufig zu kurz gekommen. Im Schmetterlingspark hat sie jetzt täglich Gelegenheit, sich mit Menschen zu unterhalten. Sie führt die Besucher selbst durch den rund 470 Quadratmeter großen Schmetterlingspark und beantwortet geduldig die Fragen der vielen Kinder und Erwachsenen, die den Park besuchen.
Bis zu 2 000 Schmetterlinge von etwa 120 verschiedenen Arten bevölkern den Park im Sommer. Ein besonderes Ereignis im Schmetterlingspark ist die sogenannte Tropennacht. Die Besucher können im Spätsommer, wenn die meisten nacht- und dämmerungsaktiven Schmetterlinge, wie Bananenfalter, Kometenfalter und Atlas-Seidenspinner, geschlüpft sind, bis in die Nacht hinein die Tiere beobachten und den Schwirrflug der Passionsfalter erleben. Mit einer Schwarzlichtlampe zeigt Monika Johanning, wie Pflanzen aus der Sicht eines Schmetterlings aussehen. Die jungen Triebe, die für die Eiablage geeignet sind, haben nämlich für einen Schmetterling einen bläulichen Schimmer. Rita Wilp
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