ArchivDeutsches Ärzteblatt39/199692. Deutscher Bädertag: Schatten der Reform

VARIA: Heilbäder und Kurorte

92. Deutscher Bädertag: Schatten der Reform

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LNSLNS Keine Jahresversammlung in der jüngeren Geschichte des Kur- und Bäderwesens hat so sehr im Schatten von Sparmaßnahmen gestanden wie der 92. Deutsche Bädertag vom 6. bis 9. Oktober in Bad Reichenhall. Unterdessen treffen aus den Bundesländern erste Berichte über die Folgen des Sozialabbaus im Kurbereich ein.


Angesichts der Bonner Haushalts- und Spardebatten zeichnete sich vor Beginn des Bädertags aus Sicht des Deutschen Bäderverbandes (DBV) ein immer dunkleres Bild der Folgen allzu rigiden Sparwillens ab. Auch vor der vollzogenen Gesetzesänderung wird beispielsweise in Hessen bereits ein Abwärtstrend bei Kuren auf breiter Front registriert: Je nach Indikation gibt es Antragsrückgänge bis zu 30 Prozent. In Baden-Württemberg berichtet das Bäderwesen von ersten Kündigungen, Stillegungen ganzer Abteilungen und Erstellung von Sozialplänen für einige Häuser. Nur noch 69 Prozent der Kuranträge dort werden bewilligt. Der Heilbäderverband Niedersachsen rechnet bei einer Umsetzung des "Wachstums- und Beschäftigungsprogramms" mit Schließungen von Kliniken und Reha-Einrichtungen. Damit wären Hunderte von Arbeitsplätzen bedroht. Bereits seit Mitte August in Kurzarbeit befinden sich 46 Mitarbeiter der Therapiezentren von Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen - Reaktion auf einen Rückgang von bis zu 30 Prozent bei den Kurgästezahlen. Aus den neuen Bundesländern häufen sich Berichte, daß Investitionsentscheidungen für Klinikbauten zurückgezogen wurden. Auch auf dem bevorstehenden Bädertag werden daher Betroffene, Verbandsvertreter und Politiker in erster Linie um Schadensbegrenzung bemüht sein müssen. Die Warnung von Antonius Weber, Hauptgeschäftsführer des DBV, vor einem "Kahlschlag im Kurwesen" steht wie ein Motto über dem Kongreß. OD

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