ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2001Placebo: (meist) ineffektiv

MEDIZIN: Referiert

Placebo: (meist) ineffektiv

Dtsch Arztebl 2001; 98(38): A-2437 / B-2081 / C-1949

bt

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LNSLNS Es stimme nicht, dass, wie Beecher 1955 behauptete, Placebo ein wirksames Heilmittel sei, das in mehr als 35 Prozent der Anwendungen wirksam sei (Beecher HK: The Powerful Placebo: JAMA 1155; 159: 1602–1606). Dies ergab eine Metaanalyse von 114 klinischen Studien in fünf Sprachen durch ein Kopenhagener Team. Fast immer gab es keine Ergebnisunterschiede zwischen Placebo und unbehandelten Patienten – mit einer Ausnahme: Bei Behandlungen, die eine kontinuierliche Verbesserung bezweckten – beispielsweise Hochdruck oder Schmerzen – war ein Placeboeffekt dann festzustellen, wenn das Ergebnis subjektiv anzugeben war – im Beispiel also bei Schmerzen. Dieser Effekt war um so stärker, je kleiner die Studie war – ein Hinweis darauf, dass Suggestionen in das Ergebnis eingeflossen sein könnten. Es gebe deshalb, sagen die Autoren, außerhalb klinischer Studien keinen Grund, Placebos einzusetzen. bt

Hróbjartsson A, Gøtzsche PC: Is the placebo powerless? N Eng J Med 2001; 344: 1594–1602.

Dr. Asbjørn, Hróbjartsson, Department of Medical Philosophy and Clinical Theory, University of Copenhagen, Panum Institute, Blegdamsvej 3, 2200 Kopenhagen N, Dänemark; a: hrobjartsson@cochrane.dk

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