ArchivDeutsches Ärzteblatt39/1996Hommage an universellen Cineasten: „¿Buñuel! Das Auge des Jahrhunderts“

VARIA: Feuilleton

Hommage an universellen Cineasten: „¿Buñuel! Das Auge des Jahrhunderts“

Derichsweiler, Cornelia

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LNSLNS Spanien feiert das hundertjährige Jubiläum des Films bis zum 14. Oktober 1996 mit einer großen Hommage an seinen universellsten Cineasten: Buñuel. Filmgeschichte machte er bereits mit seiner ersten Sequenz: sie zeigt ein Auge in Großaufnahme, das mit einem Rasiermesser zerschnitten wird. Diese Szene, der Auftakt zu seinem Debütstreifen "Ein andalusischer Hund", war das Radikalste, was das Kino in den ersten 28 Jahren seines Bestehens hervorbrachte. Das Werk entstand in gemeinsamer Arbeit mit Salvador Dalí und geht auf die Traumerfahrungen der beiden Künstler zurück. Viele Bilder in Buñuels Filmen haben ihren Ursprung in seiner Kindheit in Aragonien - eine Kindheit in der spanischen Provinz, in der An- fang des Jahrhunderts noch mittelalterliche Strukturen herrschten. Die jetzt im Ma-drider Museum Reina Sofia eröffnete Ausstellung hat daher ihren Schwerpunkt in der "hispanischen" Dimension dieses Regisseurs, der einen Großteil seines Lebens im Exil verbrachte: zunächst in Frankreich und seit dem Zweiten Weltkrieg in Mexiko, wo auch zahlreiche seiner Filme entstanden. Ausführlich wird auch auf die Madrider Studienzeit Buñuels eingegangen. Aus dieser Zeit sind zahlreiche Dokumente vorhanden: Gedichte, die Buñuel als Student schrieb, Zeichnungen und Freundschaftswidmungen von Frederico Garcia Lorca, aber auch einige Skizzen und ein Porträt, das Dalí vom jungen Buñuel anfertigte. Einige dieser Dokumente sind in der Ausstellung erstmals zu sehen, nachdem der spanische Staat vor einigen Monaten den gesamten Nachlaß des Filmemachers erworben hat. Gezeigt werden außerdem Bilder von Dalí, Miró, Magritte, Giacometti und Max Ernst sowie Fotografien von Man Ray - Künstler, die das Werk Buñuels prägten oder die selbst von dem großen Cineasten beeinflußt wurden. Die Ausstellung wird Ende Oktober zunächst nach Mexiko reisen und später ins Madrider Museum zurückkehren: Dort nämlich wird ein Teil des Buñuelschen Werkes einen festen Platz erhalten. Cornelia Derichsweiler
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