ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001DRG-Einführung: Keine Defizite in der Versorgung

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DRG-Einführung: Keine Defizite in der Versorgung

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2464 / B-2124 / C-1976

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LNSLNS Jörg Robbers erwartet konstruktiven Wettbewerb.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) tritt Befürchtungen entgegen, mit dem voraussichtlich ab 2004 geltenden neuen Abrechnungssystem nach Fallpauschalen würden Patienten kürzer und damit automatisch schlechter behandelt. Zwar rechnet auch DKG-Hauptgeschäftsführer Jörg Robbers damit, dass sich die Verweildauer im Krankenhaus verringert. Künftig werde es aber einen stärkeren Wettbewerb zwischen den Kliniken geben, sagte Robbers am 19. September in Bonn. Mit dem neuen System werde zugleich eine „brettharte Qualitätssicherung“ eingeführt: „Es würde sich schnell herumsprechen, wenn Krankenhäuser ihre Patienten zu früh entließen.“ Eine schlechtere Auslastung wäre die Folge.
Mit Einführung der Diagnosis Related Groups (DRGs) nach australischem Vorbild sollen die Krankenhausleistungen nach 800 Vergütungsgruppen honoriert werden. Bislang rechnen die Krankenhäuser 80 Prozent der Untersuchungen und Operationen nach Pflegesätzen pro Krankenhaustag ab. Robbers bezweifelt, dass alle Erkrankungen in dem neuen System erfasst werden können. Er kritisierte auch den knappen Zeitplan: „Kliniken, die umstellen wollen, sollen das tun können. Wir wenden uns aber gegen die frühzeitige Pflicht zur Anpassung“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer.
Infolge der Abrechnung nach Fallpauschalen erwartet Robbers eine weitere Spezialisierung der Krankenhäuser. Zugleich stelle sich aber die Frage, ob Krankenhäuser mit einem Grundversorgungsauftrag in einer ländlichen Region mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten können. Die Politik habe noch keine Antwort auf die Frage gefunden, wie dieser Grundversorgungsauftrag im neuen System gewährleistet werden solle und ob Patienten und Angehörige für bestimmte Operationen längere Wege zur Klinik in Kauf nehmen müssten.
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