ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Psychotherapeuten: 10-Pfennig-Urteil bestätigt

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Psychotherapeuten: 10-Pfennig-Urteil bestätigt

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2464 / B-2124 / C-1976

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LNSLNS Nachzahlungen für KVen nicht finanzierbar
Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel hat am 12. September seine Rechtsprechung von 1999 zum 10-Pfennig-Punktwert für genehmungspflichtige, zeitgebundene psychotherapeutische Leistungen bestätigt (Az.: B 6 KA 58/00 R). Probatorische Sitzungen müssen dagegen nicht obligatorisch mit 10 Pfennig vergütet werden. Für den Zeitraum von 1993 bis 1998 haben Psychologen, die im Delegationsverfahren tätig waren, sowie auschließlich psychotherapeutisch tätige Ärzte somit Anspruch auf Nachzahlungen – vorausgesetzt, sie haben Widerspruch gegen ihre Honorarbescheide eingereicht.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) werden die Nachzahlungen – deren Höhe und Umfang noch nicht feststehen – leisten müssen, bestätigt Dr. med. Andreas Köhler, Dezernent für Gebührenordnung und Vergütung bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Einzig die KVen Hamburg und Hessen haben bereits nachgezahlt. „Das ist existenzgefährdend für die Vertragsärzte der betroffenen KVen“, erklärt Köhler, „die Nachzahlungen können auch nicht mehr aus Rückstellungen finanziert werden.“ Er appelliert eindringlich an die Politik, die Krankenkassen zu verpflichten, mehr Geld bereitzustellen.
Ob die BSG-Rechtsprechung auch Auswirkungen auf die Honorare ab dem Jahr 2000 haben wird, bleibt bis zur Urteilsbegründung in einigen Wochen abzuwarten. Denn kritisiert haben die Sozialrichter auch den Beschluss des Bewertungsausschusses von KBV und Krankenkassen vom 16. Februar 2000 – jedoch ohne abschließende Begründung. Der Bewertungsausschuss hatte den gesetzlichen Auftrag, bundesweite Maßstäbe für die Honorierung der Psychotherapeuten festzulegen. Die von den Psychotherapeutenverbänden oft kritisierte Modellrechnung des Bewertungsausschusses ermittelte einen Mindestpunktwert, der sich bundesweit auf durchschnittlich acht Pfennig beläuft. Strittiger Punkt für die Honorarberechnung ist der Praxiskostenanteil der Psychotherapeuten. KBV-Geschäftsführer Köhler geht nicht davon aus, dass der Beschluss geändert werden muss.
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