ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Deutscher Lungentag: Jeder sollte seinen FEV1-Wert kennen

AKTUELL: Akut

Deutscher Lungentag: Jeder sollte seinen FEV1-Wert kennen

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2465 / B-2125 / C-1977

Stoschek, Jürgen

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LNSLNS Eine mangelhafte Wahrnehmung der Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung, aber auch bei Gesundheitspolitikern haben Pneumologen und Umweltmediziner der beiden Münchner Universitäten beklagt. An Lungenerkrankungen stürben inzwischen zehn Prozent aller Menschen in Deutschland, berichtete Prof. Rudolf Huber vom Klinikum Innenstadt der Universität München anlässlich des 4. Deutschen Lungentages. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, seien die vier bedeutendsten Atemwegserkrankungen – Lungenentzündung, chronische Bronchitis/Lungenemphysem, Tuberkulose und Lungenkrebs – weltweit zu Volkskrankheiten geworden. Bis zum Jahr 2010 werde die Inzidenz für Asthma, Bronchitis und Lungenentzündungen in Deutschland um 25 Prozent, für Lungenkrebs sogar um 30 Prozent zunehmen, prognostizierte Huber.

Um diese Entwicklung zu stoppen, gebe es neben der Prävention, dem Verzicht auf Rauchen, eine einfache aber wirksame Methode, meinte Prof. Dennis Nowak, Direktor des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der Universität München. Nach seiner Auffassung sollten Lungenfunktionsmessungen ebenso zur Routineuntersuchung gehören wie Blutdruckmessen oder EKG. „So wie jeder seinen Cholesterinwert oder seinen Blutdruck kennt, sollte er auch seinen FEV1-Wert für die exspiratorische Sekundenkapazität wissen“, sagte Nowak. Wer ohne Symptome ist, sollte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die Lungenfunktion messen lassen, Risikopatienten sogar jährlich, empfahl Dr. Rainer Hauck vom Klinikum rechts der Isar der TU München.

Eine der Hauptursachen für die weiterhin steigende Zahl von Atemwegserkrankungen sei das Rauchen, sagte Huber. Doch obgleich dies inzwischen eine allgemein akzeptierte Erkenntnis ist, sei nicht einmal die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin bereit, den Empfehlungen des Sachverständigenrates für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen für eine bundesweite Anti-Tabak-Kampagne zu folgen. Jürgen Stoschek
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