ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Anonyme Geburten: Nein zur „Generation X“

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Anonyme Geburten: Nein zur „Generation X“

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2466 / B-2108 / C-1974

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LNSLNS Gynäkologische Psychosomatiker missbilligen Legalisierungsvorhaben.

Als „Katastrophe“ bezeichnen Prof. Dr. Dr. Mechthild Neises und Prof. Dr. Anke Rohde von der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe Absichten der Bundesregierung, demnächst anonyme Entbindungen zuzulassen. In ihrem offenen Brief an die Bundesjustizministerin heißt es, weder wissenschaftlich noch empirisch sei zu belegen, dass die Möglichkeit einer anonymen Niederkunft die Aussetzung oder Tötung eines Kindes verhindern könne.
Bei ungewollter Schwangerschaft seien es meist Störungen der Persönlichkeitsstruktur und der Mangel an Bewältigungsmechanismen, die zum Verstoßen des Neugeborenen oder zur Kindestötung führten. Frauen mit diesen Defiziten seien aber kaum in der Lage, die Möglichkeit einer Inkognito-Geburt anzunehmen. Es sei zu befürchten, dass das „Angebot“ des Gesetzgebers eher von Frauen mit vorübergehenden psychosozialen Problemen wahrgenommen werde. Ohne alternative Beratung und ohne Vorbereitung für diese Entscheidung würden die Säuglinge zur Adoption freigegeben. Dadurch würden spätere psychische Probleme der Mütter, aber auch psychosoziale Probleme der Kinder in die Welt gesetzt. Die „Generation X“ in Frankreich – das seien fast 400 000 seit 1941 anonym geborene Personen – litte erheblich unter dem Psychotrauma ihrer unbekannten Herkunft.


Kinder unbekannter Herkunft haben später oft psychosoziale Probleme.
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