ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Weiterbildung: Nettes Zubrot und Sicherung der Pfründe

BRIEFE

Weiterbildung: Nettes Zubrot und Sicherung der Pfründe

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2496 / B-2150 / C-1997

Thomas, Martin

Zu dem Leserbrief „Frage“ von Dr. med. Friederike Schlemmer in Heft 33/2001:
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LNSLNS Frau Kollegin Schlemmer beklagt, dass die Anforderungen für die Weiterbildung im Fach Psychotherapeutische Medizin ständig steigen. Hierfür könnte es doch gute Gründe geben: Zum einen ließe sich über die Weiter­bildungs­ordnung der Zustrom junger Kollegen (lästiger Konkurrenten) in ein Fach exzellent und von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt steuern. Alle zusätzlichen Anforderungen geschähen ja unter dem Signum der Ausbildungsqualität. Der eigentliche Zweck bestünde jedoch darin, die jungen Ärzte möglichst lange von der eigenen Praxis fern zu halten. Ähnlich wie einem Hund würde ihnen die Wurst des Facharzttitels vor die Nase gehalten und im richtigen Moment wieder ein Stückchen weiter weggezogen. Der eine oder die andere würde vielleicht sogar gänzlich kapitulieren und sich aus dem Beruf oder dem Fach zurückziehen. In Verbindung mit den bestehenden Niederlassungsbeschränkungen könnten die Pfründen der Etablierten elegant gesichert werden.
Zum anderen ließe sich mit erhöhten Weiterbildungsanforderungen das mühsam verdiente Geld der jungen Mediziner gut in die eigenen Taschen umleiten. Lehranalysen, Seminare, Supervisionen, Balintgruppen etc. kosten viel Geld. In Zeiten fallender Punktwerte eröffnete sich hier manches nette Zubrot. Sigmund Freud und seine Epigonen wären sicher verblüfft, was für eine Geldmaschine sie mit seinen Theorien angeworfen haben.
Kaum ein Berufsstand in Deutschland geht so mit seinem Nachwuchs um, gelegentliche Aktionen – siehe letzter Ärztetag mit nachfolgendem Medienecho – versanden schnell.
Dr. med. Martin Thomas, Feldbergstraße 42, 68163 Mannheim
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