ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Hochschulmedizin – Beispielhaft: USA und England

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Hochschulmedizin – Beispielhaft: USA und England

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2496 / B-2150 / C-1997

Kratzer, Michael

Zu dem Beitrag „Bedürfnisse der Hochschulmedizin missachtet“ von Prof. Dr. med. Peter von Wichert in Heft 31–32/2001:
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LNSLNS . . . Ich teile die Ansicht von Herrn von Wichert, dass die Reforminitiative der Bundesregierung die Bedingungen an den Hochschulen verschlechtern wird. Dabei wäre es relativ einfach, eine leistungsfähige Universität zu schaffen; man muss nur nach USA oder nach England schauen, wo Modelle ausgezeichneter Universitäten existieren.
Um eine führende Universität zu schaffen, braucht man:
« Geld, das man über Studiengebühren wieder hereinholt. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich für Vorlesungen Unterrichtsgeld (zum Beispiel Anatomie 12,50 DM) gezahlt habe. Es gab damals die tollsten Vorlesungen, die sogar Studenten anderer Fakultäten angezogen haben. Sollten Studiengebühren eingeführt werden, müssen natürlich auch entsprechende Stipendien wie in USA geschaffen werden.
¬ Eine geeignete Struktur, das bedeutet nicht mehr, sondern weniger Gesetze, also eine liberale Umgebung, allerdings in Kombination mit exzellenten Führungspersönlichkeiten. In USA wird der Dekan nicht wie bei uns von den Ordinarien gewählt, sondern vom Rektor bestimmt. Der Dekan verteilt das Geld an die Ordinarien und erhält dadurch wesentlich mehr Macht.
­ Ein gesundes LehrerSchüler-Verhältnis: Forschung entwickelt sich in der Regel zwischen älteren Forschern, die das wissenschaftliche Konzept bieten, und jüngeren Assistenten, die wegen ihrer mangelnden Erfahrung unbelastet sind und daher kreativ werden können. Dabei darf der Lehrer den Schüler nicht zu sehr unterdrücken und der Schüler nicht zu rebellisch werden. In England ist eine freundschaftliche Lehrer-Schüler-Beziehung Tradition und die Basis der enormen wissenschaftlichen Leistungen. Im Gegensatz dazu unterdrückt ein Herren-Knecht-System jegliche Kreativität.
Prof. Dr. med. Michael Kratzer, LMU München, Amalienstraße 87, 80799 München
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