ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Lipobay: Wirksame Medikamente können immer Nebenwirkungen haben

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Lipobay: Wirksame Medikamente können immer Nebenwirkungen haben

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2498 / B-2134 / C-1998

Berger, Gerhard H.

Zu dem Medizinreport „Ringen um die Arzneimittelsicherheit“ von Dr. med. Vera Zylka-Menhorn in Heft 33/2001:
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LNSLNS Wirksame Medikamente werden wohl immer Nebenwirkungen haben. Wo letztendlich Lipobay die Schädigung setzt, wird geklärt werden.
1975 beobachteten wir an der Charité-Kinderklinik Myopathien unter Clorfibrattherapie (Regadrin), die nach Absetzen der Therapie zurückgingen, nach Wiederansetzen wiederkamen. Die Ergebnisse, zu denen auch Lipidstudien sowie Selbstversuche gehörten, veröffentlichten wir 1976 und 1978. Später kamen international weitere Beispiele hinzu. Inzwischen sind Myopathien im Zusammenhang mit fast allen bei Hyperlipoproteinämien eingesetzten Medikamenten beobachtet worden (Zufall? Gleicher Angriffspunkt?)
Prof. Dr. med. Wolf-Rainer Cario, Brunnenstraße 28, 31812 Bad Pyrmont
Nach Alternativen suchen
. . . Die Öffentlichkeit fordert nun mit Recht schärfere Zulassungs-Kontrollen. Aber sollten wir nicht vielmehr kritisch den Umgang mit chemisch definierten Arzneimitteln grundsätzlich hinterfragen und nach Alternativen suchen? Lässt sich der Einsatz vieler Pharma-Produkte mit ihren oft unüberschaubaren (Beipackzettel), ja wie hier sogar tödlichen Nebenwirkungen reduzieren oder gar ersetzen? Ja, durchaus. Naturheilkunde beziehungsweise Ganzheitsmedizin haben sich in der täglichen Praxis bestens bewährt. Wissenschafts-Dogmatismus und Pharma-Industrie sorgen allerdings Hand in Hand dafür, dass dieser Teil der Medizin ein unverdient armseliges Schattendasein führt. Die grandiosen Erfolge der modernen Medizin sind natürlich unbestreitbar, und wir sind dankbar dafür, besonders in der Akut- und Notfallmedizin. Aber die kritiklose Anbetung des Objektivierbaren hat den Blick für das lebendige Ganze getrübt und die Medizin in eine Krise gestürzt. Wissenschaftliche Hochschulmediziner lehnen zum Beispiel Homöopathie und Akupunktur ab, ohne Berücksichtigung der eindeutig positiven praktischen Erfahrungen . . .
Dr. med. Gerhard H. Berger, Zähringerstraße 15, 69115 Heidelberg
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