ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Schlafkrankheit: Fakten zu Eflornithin

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Schlafkrankheit: Fakten zu Eflornithin

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): A-2498 / B-2134 / C-1998

Zorn, Felicitas; Strohmeyer, Torsten; Squibb, Bristol-Myers

Zu dem Beitrag „Die Karriere eines Medikaments“ von August Stich und Peter Firmenich in Heft 26/2001:
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LNSLNS Bristol-Myers Squibb hat sich weit mehr für die Bereitstellung von Eflornithin als Therapie gegen die Schlafkrankheit eingesetzt, als der Artikel dies darstellt.
Die systemische Gabe von Eflornithin i.v. stellt einen Meilenstein in der Behandlung der Schlafkrankheit dar. Die Eflornithin-i.v.-Formulierung wurde ursprünglich von Hoechst/Aventis entwickelt. Die Patentrechte für injizierbares Eflornithin übergab Aventis an die WHO. Die WHO suchte danach vergeblich eine alternative Lieferquelle für Eflornithin i.v. gegen die Schlafkrankheit in Afrika.
Im November 2000 kontaktierte daher die WHO auch Bristol-Myers Squibb, da wir kurz zuvor Vaniqa™ (eine topische Formulierung von Eflornithin für die Behandlung des Hirsutismus) in den USA auf den Markt gebracht hatten. Die benötigte Eflornithin-i.v.-Formulierung hat bis auf den gemeinsamen Grundstoff nun allerdings nichts mit der Creme-Formulierung zu tun (unterschiedliche Produktionsverfahren), sodass unsere Formulierung zur Therapie der Schlafkrankheit nicht verwendet werden kann. Aufgrund der unterschiedlichen Produktionsverfahren konnte Bristol-Myers Squibb die benötigte i.v.-Formulierung nicht liefern, erklärte sich aber bereit, bei der Suche nach einem geeigneten Produzenten zu helfen. Nach Verhandlungen zwischen Bristol-Myers Squibb, Aventis, Dow Chemical und Akorn Manufacturing konnte der WHO mitgeteilt werden, dass der Nachschub für das injizierbare Eflornithin gesichert ist und ab Sommer 2001 geliefert wird. Bristol-Myers Squibb hatte sich darüber hinaus bereits Anfang dieses Jahres bereit erklärt, die Kosten für die Produktion der i.v.-Formulierung für drei Jahre zu übernehmen. Inzwischen kontaktierte das Unternehmen Aventis die WHO und bot ihr für dieses Projekt eine groß angelegte Unterstützung in Form von Medikamentenspenden, Therapie-Logistik sowie Forschung und Entwicklung an. Bristol-Myers Squibb und Aventis vereinbarten daraufhin, dass Aventis die Produktion von Eflornithin i.v. nach dem ersten Jahr übernimmt. Für das Jahr 2001 hat Bristol-Myers Squibb mit 7,5 Millionen Mark Unterstützung die Lieferung der Substanz bereits sichergestellt. Auch in den Folgejahren wird das Hilfsprogramm durch uns unterstützt: Für weitere zwei Jahre werden im Rahmen dieses Programms der WHO Geldmittel zur Verfügung gestellt, um die WHO bei der Bekämpfung der Schlafkrankheit in Afrika zu unterstützen.
Dr. Felicitas Zorn, Prof. Dr. med. Torsten Strohmeyer, Bristol-Myers Squibb, Sapporobogen 6–8, 80809 München
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