ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Börsebius zu Aktien: Auf der Lauer

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zu Aktien: Auf der Lauer

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): [84]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Eifrig haben die Leser des Ärzteblattes meine Masterliste „Börsenfavoriten 2001“ abgerufen. Ich möchte an dieser Stelle aber den wichtigen Hinweis geben, dass diese – exklusiv für Sie Anfang September erstellte – Übersicht meine persönliche Einschätzung widerspiegelt und eine Haftung jedweder Art ausgeschlossen ist.
Gleichwohl, schneller als ich dachte, habe ich zu der Titelauswahl Aktuelles nachzuliefern. Als einen der Favoriten habe ich die Aktie des Schweinfurter Unternehmens FAG Kugelfischer genannt. Die Empfehlungsbasis war 7,40 Euro, mein Kursziel auf Sicht der nächsten 18 Monate betrug 10 Euro.
Alles Schnee von gestern. Seit ein paar Tagen liegt ein Übernahmeangebot der INA-Holding Schaeffler KG vor. Das Familienunternehmen aus Herzogenaurach bietet allen Anteilseignern 11 Euro je Aktie. Das ist gegenüber meinem Empfehlungskurs ein Plus von fast 50 Prozent, und die Börse hat auch dieses Niveau real sofort nachvollzogen, wenn auch die aktuelle Notiz mit derzeit 10,70 Euro leicht darunter liegt.
Des einen Glück, des anderen Last. Offenbar haben doch ziemlich viele meine Masterliste ernst genommen und für Käufe genutzt, auch in Kugelfischer. Nun erhalte ich seit dem Ruchbarwerden der Übernahmeofferte aber auch etliche Anrufe mit der sicher wichtigen Frage, ob man das Angebot für 11 Euro denn nun annehmen solle oder nicht (ein Dankeschön brachte bisher allerdings nur einer über die Lippen).
Der Hintergrund der Frage ist einfach. Viele spekulieren darauf, dass die INA ihr Angebot nachbessern könnte. Ich würde die Sache gleichwohl nicht ausreizen, sondern den schönen Gewinn jetzt realisieren. Möglicherweise hat die INA bereits genügend Aktien zusammengekauft, dann gibt es sowieso kein höheres Angebot. Es besteht auch die gegenteilige Gefahr, dass die Offerte zurückgezogen wird. Dann kann der FAG-Kurs auch schnell wieder an Boden verlieren, selbst wenn ich langfristig die Aktie sehr positiv einstufe. Kasse machen ist also eher angesagt als abwarten.
Um die Ecke geblickt, fällt auf, dass offenbar nicht börsennotierte Familienfirmen nach drastisch unterbewerteten Aktiengesellschaften schielen. Mir scheint, dass sich bei der Robert Bosch GmbH Ähnliches abspielt. Die Stuttgarter haben möglicherweise mehr Lust auf die Buderus AG, als sie zugeben wollen. Clevere Anleger sollten sich hier auf die Lauer legen.
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