ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2001Ein hoher Komplimentumsatz: Aus Arztbriefen gesammelte Stilblüten

VARIA: Schlusspunkt

Ein hoher Komplimentumsatz: Aus Arztbriefen gesammelte Stilblüten

Dtsch Arztebl 2001; 98(39): [84]

Petrykowski, Wolfgang von

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LNSLNS Sehr geehrte Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

wir berichten über das Kind . . ., das vom . . . bis . . . zu stationärer Diagnostik bei uns war.
Diagnosen: Hypoplasitis Naevus opticus nach Pavor Virus (Parvo Virus) B19 Infektion
Verdacht auf Minderwuchs, Verdacht auf Struma
Eurothyreose
Anamnese: Das Kind war jetzt wegen Sehstörungen aufgefallen. Als Neugeborenes hatte es eine Akrozyanese sowie leichte Wachsfrauenhände gehabt. Wegen persistierender vitaler (fetaler) Kreislaufverhältnisse konnten Ventrikelseptuminfekte ausgeschlossen werden.
Sonst hatte das Kind eine Appetizitis problemlos überstanden. Es litt allerdings an perinealem (perennealem) Asthma, und eine Neurodermitis exabservierte häufig nach dem Genuss von Organesaft. Der Impfstatus war bezüglich Mups unvollständig.
Befund: . . . ist ein zierliches, sündländisches Kleinkind mit zugewandtem, freudlichem Verhalten. An der Haut zahlreiche Kafäolä-Flecken, aber keine sicheren Striae.
Abgesehen von Sichelfüßen war das üppige Skelett unauffällig. Über dem Herzen hörte man ein süßes, tolles Geräusch, die Blutdrucker an beiden Beinen waren gleich.
Die Hoden waren beiderseits distendiert, sodass ein Kryptorochismus ausgeschlossen werden konnte. Sonst noch auffallend ein immer wieder auftretender asymmetrisch-systolischer Nackenreflex und ein Mystagmus.
Diagnostik: Ein Ösophagus-3-Schluck war ohne pathologischen Befund. Aufgrund der Ultraschalluntersuchung des Schädels dürfte keine morphologische Missbildung des Ileums (Cerebrums) vorliegen. Das EKG zeigte einen Schnelltyp, ein Longuteesyndrom konnte ausgeschlossen werden.
Laborbefunde: Es fand sich ein hoher Komplimentumsatz. Ein roter Virenantikörper war nicht nachweisbar. T4 und Eistee (AST) waren normal.
Therapie: Die Therapie bestand in vorsichtigem Durchzusägen (Durchbewegen) durch die Krankengymnastinnen. Die Ventrikel wurden trainiert.
Mehrfach waren Sorbitquismen (Sorbitsklysmen) erforderlich.
Zusammenfassung: Bereits ein erstes expiratives Gespräch ließ einen Kreatinismus ausschließen. Am 5. Tag war das Kind nach Abklingen der guten (akuten) Symptomatik wieder frei (fieberfrei).
Mit freudlichen, kollegialen Grüßen
Dr. med. . . .
Prof. Dr. med. Wolfgang von Petrykowski
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