ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2001Kinderärzte: Lotsenfunktion

AKTUELL

Kinderärzte: Lotsenfunktion

Dtsch Arztebl 2001; 98(40): A-2536 / B-2166 / C-2029

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Fast die Hälfte der Patienten ist psychisch auffällig.

Kinderärzte haben eine wichtige Lotsenfunktion für die Diagnose und Behandlung psychischer Krankheiten. 45 Prozent der vorgestellten Kinder zeigen Verzögerungen in der Entwicklung, Verhaltensauffälligkeiten, Essstörungen, Tics oder kindliche Psychosen, fand Dr. med. Martin Steinert, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Universität zu Köln, in einer Studie heraus. Nur knapp zehn Prozent der Kinder konsultierten den Arzt aus psychosozialem Anlass, mehr als zwei Drittel werden mit körperlichen Beschwerden vorgestellt. Die durchschnittliche Behand-
lungszeit von acht Minuten sei sehr kurz, um dahinter eine seelische Stö-
rung zu bemerken. Hilfreich sei die Einführung eines standardisierten Fragebogens, der im Wartezimmer ausgefüllt werden kann. Wichtig sei die Aus- und Weiterbildung der Pädiater in der Psychotherapie, betonte Steinert.
Jedes Sechste der auffälligen Kinder werde an Institutionen der Psychotherapie verwiesen, 15 Prozent an logopädische oder ergotherapeutische Praxen. Eine Überweisung an niedergelassene Psychotherapeuten erfolge selten.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema