ArchivDeutsches Ärzteblatt40/1996Praxisbudgets: Kassen wollen keinen Aufschub

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Praxisbudgets: Kassen wollen keinen Aufschub

Dtsch Arztebl 1996; 93(40): A-2505 / B-2137 / C-2001

Maus, Josef

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LNSLNS Daß die arztgruppenspezifischen, fallzahlabhängigen Praxisbudgets im nächsten Jahr kommen werden, ist so gut wie sicher. Wann das genau sein wird, darüber scheiden sich die Geister. Zwar hatte die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit knapper Mehrheit für den 1. Juli 1997 als Einführungsdatum votiert (siehe Deutsches Ärzteblatt, Heft 38/1996), doch wollen die Krankenkassen dem nicht folgen. Sie sehen "keinen inhaltlichen" Grund, das neue Honorierungssystem für die vertragsärztliche Versorgung nicht schon zum 1. Januar kommenden Jahres einzuführen.
In einem Spitzengespräch mit der KBV verdeutlichten die Kassen, daß sie die gegenwärtigen Rahmenbedingungen keinen Tag länger als unbedingt nötig hinnehmen wollen. Sie wollen "klare Verhältnisse" – und das schnell. Andererseits brauchen die Kassenärztlichen Vereinigungen einen gewissen zeitlichen Vorlauf, um sich auf die Abrechnung nach Praxisbudgets einzurichten. Den Kassenärzten geht’s da nicht anders. Heute beschließen, morgen anwenden: Das kann man den in puncto EBM ohnehin arg gebeutelten Ärzten nicht ein weiteres Mal zumuten. Nimmt man beide Positionen zusammen, deutet vieles auf die Kompromißlinie 1. April 1997 hin. Die Entscheidung soll Ende Oktober oder Anfang November im gemeinsamen Bewertungsausschuß von KBV und Krankenkassen fallen. Wenn sich die Vertragspartner auf den Kompromißtermin einigen sollten, muß ein Problem auf jeden Fall gelöst werden: Die zahlreichen EBM-Änderungen von Mitte dieses Jahres – alles "Notlösungen" gegen den Punktwertverfall – könnten nicht wie vorgesehen zum Jahresende auslaufen. Sie müßten noch ein weiteres Quartal Bestand haben.
Den Kassenärztlichen Vereinigungen bleiben daneben jedoch zwei Möglichkeiten: Sie können mit eigenen, regional zugeschnittenen Honorarverteilungsregelungen die Zeit bis zur Einführung der Praxisbudgets überbrücken. Sie können aber auch (wie von einigen KVen bereits angekündigt) das "Modell differenzierte Praxisbudgets" schon zu Jahresbeginn einführen – ebenfalls als Honorarverteilungsmaßstab. Josef Maus
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