ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2001Zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgungslage der Bundesrepublik Deutschland

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Zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgungslage der Bundesrepublik Deutschland

Dtsch Arztebl 2001; 98(40): A-2573 / B-2197 / C-2061

Zepf, Siegfried; Mengele, Ute; Marx, Annette; Hartmann, Sebastian

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LNSLNS Psychotherapie
Unzufriedenheit
Siegfried Zepf, Ute Mengele, Annette Marx, Sebastian Hartmann: Zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgungslage der Bundesrepublik Deutschland. Psychosozial-Verlag, Gießen, 2001, 196 Seiten, Broschur, 29,79 DM
Fast 4 900 Fragebögen verschickten Prof. Dr. med. Siegfried Zepf und sein Team von den Universitätskliniken des Saarlandes an niedergelassene Psychotherapeuten in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein und Sachsen, um einen Einblick
in die psychotherapeutische Versorgungslage zu erhalten. Mehr als
1 000 Fragebögen von ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten konnten ausgewertet werden. Die Ergebnisse der vom Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. unterstützten Studie zeigen Unterversorgung und Unzufriedenheit: 50 Prozent der Erwachsenen, die wegen eines diagnostischen Erstgespräches anfragen, erhalten keine probatorischen Sitzungen. 20 Prozent der Patienten werden nach den probatorischen Sitzungen nicht behandelt, obwohl die diagnostizierten Störungen eine Behandlungsbedürftigkeit erkennen lassen. 65 Prozent der Psychotherapeuten halten die Versorgung in ihrem Planungsbereich für nicht ausreichend. 70 Prozent geben an, dass sie allein von ihren Praxiseinkünften nicht leben können. Die Prozentangaben bei den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten legen nahe, dass dort die Situation noch schlechter ist. Beispielsweise halten hier 84 Prozent die Versorgung in ihrem Planungsbereich für nicht ausreichend.
Die Ergebnisse sind nicht überraschend; schon die vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Auftrag gegebene Studie von Löcherbach et al. (2000) kam zu der Erkenntnis, dass die Bedarfsplanungskriterien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung überdacht werden sollten. Zu groß ist die Kluft zwischen Soll und Ist. Auch das Beklagen der niedrigen Honorare ist nicht neu. Doch ein Umverteilen des Honorars zugunsten der Psy-chotherapeuten werden die Fachärzte nicht verkraften. Hier können nur zusätzliche Gelder der Krankenkassen helfen. Petra Bühring
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