ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2001Schmerz bei terminal kranken Patienten

MEDIZIN: Referiert

Schmerz bei terminal kranken Patienten

Dtsch Arztebl 2001; 98(40): A-2583 / B-2219 / C-2063

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LNSLNS Die ärztliche Versorgung von Patienten im Endstadium ihrer Krankheit konnte in den USA unter anderem durch Schmerzspezialisten verbessert werden. Dennoch scheint ein Großteil der Patienten noch nicht zufriedenstellend therapiert zu sein. Nach Auswertung der Daten einer standardisierten Befragung von 988 terminal kranken Patienten zeigte sich, dass immerhin 52 Prozent von ihnen in den letzten vier Wochen vor der ersten Befragung Kontakt mit ihrem ärztlichen Betreuer hatten und 20 Prozent sogar von Schmerzspezialisten behandelt wurden.
Die Hälfte der Patienten klagte in den Fragebögen über mäßige bis starke Schmerzen, doch nur knapp ein Drittel verlangte nach einer intensiveren Schmerztherapie. Die von den Patienten als sehr unangenehm empfundenen Nebenwirkungen der Opioid-Analgetika (Verwirrung, chronische Obstipation), aber auch die immer noch sehr verbreitete Angst vor einer Abhängigkeit (besonders unter den schwarzen Studienteilnehmern), scheinen die Patienten dazu zu bewegen, auch große Schmerzen auszuhalten.
Präfinale Patienten beschrieben mehr schwere Schmerzzustände, insgesamt stand jedoch das Ausmaß der Schmerzen in keinem Verhältnis zu der Grunderkrankung (51 Prozent Tumorerkrankungen, 18 Prozent kardiale Erkrankungen und 11 Prozent COPD) oder der Erkrankungsdauer. Damit sind, so die Autoren, nicht nur die Onkologen gefordert, sich mit den komplexen Aspekten einer für den jeweiligen Patienten optimalen Schmerztherapie auseinander zu setzen. goa

Weiss SC et al.: Understanding the experience of pain in terminally ill patients. Lancet 2001; 357: 1311–1315.

Stefan C Weiss, Department of Clinical Bioethics, Warren G Magnuson Clinical Center, National Institutes of Health, Bethesda, MD 20892, USA, E-Mail: sweiss@nih.gov.

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