ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2001Landschaftsmalerei: Von Brueghel bis Kandinsky

VARIA: Feuilleton

Landschaftsmalerei: Von Brueghel bis Kandinsky

Dtsch Arztebl 2001; 98(40): A-2594 / B-2214 / C-2078

Krannich, Stephanie

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LNSLNS 84 Meisterwerke aus dem Museum Thyssen-Bornemisza und der Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza werden zurzeit in Bonn präsentiert.


Wenn sich gleiche Interessen und Sammelleidenschaft von einer Generation auf die nächste übertragen, können private Kunstsammlungen wie die Sammlung Thyssen-Bornemisza entstehen, die zu den herausragendsten der Welt zählt. August Thyssen (1842– 1926) begann im fortgeschrittenen Alter, Skulpturen zu sammeln. Sein Sohn Heinrich Thyssen-Bornemisza (1875– 1947) baute eine Kollektion deutscher, flämischer, holländischer, spanischer und französischer Meister aus dem 13. bis 18. Jahrhundert auf. Dessen Sohn, Hans Heinrich Baron Thyssen-Bornemisza, erbte deren größten Teil und erweiterte sie vor allem durch Meisterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts.
Ursprünglich in der Villa Favorita in Lugano dem interessierten Publikum zugänglich, fand die auf mehr als 1 500 Werke angewachsene Kollektion, die inzwischen vom spanischen Staat erworben wurde, 1992 in Madrid im Palacio de Villahermosa gegenüber dem Museo del Prado ihr endgültiges Domizil. Carmen Thyssen-Bornemisza teilt das Kunstinteresse ihres Mannes. Ihre eigene Sammlung, die sich auf die spanische, französische und amerikanische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts konzentriert, soll in den kommenden Jahren auch in das Museo Thyssen-Bornemisza integriert werden.
Da die Vorliebe des Barons der Landschaftsmalerei gilt und diese auch Schwerpunkt seiner Kollektion ist, wählte man für die zu Ehren des Sammlers ausgerichtete Bonner Ausstellung 84 Meisterwerke dieses Genres aus dem Museum Thyssen-Bornemisza und der Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza aus. Sie verschaffen einen Überblick über die Entwicklung, Stellung und den Bedeutungswandel der Landschaftsmalerei von der flämischen und niederländischen Kunst des 16. Jahrhunderts bis zu den Expressionisten Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Ausstellung untergliedert sich in folgende Sektionen: Die Autonomie der Landschaft (Der flämische Bereich/Der niederländische Bereich/Bukolische Inspiration), Das 18. Jahrhundert (Jardins d'amour/Der Untergang der klassischen Stadt), Das 19. Jahrhundert (Die
Erforschung von Eden/Die Wiederentdeckung des Ländlichen), Impressionistische Blicke (Paris und seine Umgebung/Die Ausstrahlung des Impressionismus), Die Farbe in Freiheit (Die Fauves/Expressionismus). Neben herausragenden Künstlern der Alten Welt sind auch ausgewählte Werke der in Europa nur selten ausgestellten amerikanischen Meister der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts zu sehen, etwa Frederic Edwin Church, Martin Johnson Heade und Thomas Cole. Sie erinnern an die europäische Malerei der Romantik und dürften manchen Betrachter fesseln. Emotionalität, Träumerei, Allegorie und Spiritualität sind deren Ursprung.
Wer sich intensiver über die Geschichte der Sammlung Thyssen-Bornemisza und der Landschaftsmalerei informieren will, dem sei die in der Ausstellung gezeigte 45-minütige Filmdokumentation und der 250 Seiten umfassende, mit 90 Farbabbildungen ausgestattete Katalog empfohlen. Eine Vortragsreihe von und mit namhaften Wissenschaftlern zu ausgewählten Themen der Landschaftsmalerei findet jeweils dienstags um 19 Uhr statt. Ein interessantes, ausstellungsbegleitendes Work-
shopprogramm führt auch Kinder und Jugendliche auf anregende und aktiv kreative Art auf die Wege zur Kunst.
Dr. med. Stephanie Krannich


Emil Nolde (1867–1956): Marschbrücke, 1910, Öl auf Leinwand, 73 x 89,5 cm Fotos: Kunst- und Ausstel-lungshalle der Bundesrepublik Deutschland


Antonio Canal, genannt Canaletto (1697–1768): „Il Bucintoro“ in Venedig, um 1745/50, Öl auf Leinwand, 57 x 93 cm


Die Ausstellung „Landschaften von Brueghel bis Kandinsky“ ist noch bis zum 25. November in Bonn in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn, zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10 bis 21 Uhr, donnerstags bis sonntags 10 bis 19 Uhr, montags geschlossen. Weitere Informationen: Telefon: 02 28/91 71-2 00, Internet: www.bundeskunsthalle.de
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