ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2001zur RWE AG: Multi mit Pfiff

VARIA: Schlusspunkt

zur RWE AG: Multi mit Pfiff

Dtsch Arztebl 2001; 98(40): [88]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Die Aktie des Essener Energiekonzerns RWE wurde ein, zwei Generationen früher noch Witwen- und Waisenpapier genannt. Dahinter steckte die Gewissheit, immer hübsch brav eine Dividende pro Jahr einstreichen zu dürfen und andererseits durch extreme Kursschwankungen nicht erschreckt zu werden. Also rein ins Depot und nicht mehr anrühren und erst recht die Perle möglichst weitervererben, lautete damals die Devise.
Heute ist davon vieles nicht mehr wahr. Auch die RWE AG wurde von der großen Spekulationsfaust geschüttelt. Wie so viele Blue Chips der großen deutschen Unternehmen konnten sich auch die Essener nicht den erratischen Kursverläufen der Vergangenheit entziehen. In den letzten drei Jahren oszillierte der Kurs von 30 Euro im Tief bis fast 55 Euro im Hoch, und im Moment notiert die Aktie bei etwa 40 Euro.
Was mich aber einigermaßen erstaunt, ist die offensichtliche Fehleinschätzung des Konzerns durch die Börsianer. Es hat sich längst noch nicht herumgesprochen, dass RWE eben nicht nur mit Strom zu tun hat. Für meinen Eindruck haben wir es hier mit einem Multi mit Pfiff zu tun, der den Anlegern in der nächsten Zeit noch viel Freude machen kann.
Dass der Baukonzern Hochtief und die Heidelberger Druck zu RWE gehören, ist den Marktteilnehmern noch einigermaßen bekannt, wohl auch die Aktivitäten im Mineralöl- und im Chemiegeschäft.
Aber viele hatten erwartet, dass in diesen Geschäftsfeldern nicht mehr so üppig Geld zu verdienen ist, von Heidelberger Druck einmal abgesehen.
Davon kann allerdings gar keine Rede sein. RWE befindet sich in der Tat auf einem beeindruckenden Rekordkurs. Für das abgelaufene Geschäftsjahr meldet der Vorstandsvorsitzende Dietmar Kuhnt eine Steigerung des betrieblichen Ergebnisses um 41 Prozent auf knapp 4 Milliarden Euro. Die vorgelegten Zahlen liegen eindeutig über den Erwartungen der Analysten und dürften also auch von daher den Kurs beflügeln.
Was der Aktie aber auf längere Sicht noch mehr Appeal verleihen dürfte, ist meines Erachtens ein anderer Aspekt: RWE ist groß in das Wassergeschäft eingestiegen und zählt mittlerweile schon in der Welt zur Nummer drei dieser eindeutigen Wachstumsbranche. Die Aktie spiegelt längst nicht das Potenzial wider, das in dem RWE-Konzern steckt. Die Essener dürften also in der Lage sein, noch manchen positiv zu überraschen.
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