ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2001Frauengesundheit: Allmählich im Blick

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Frauengesundheit: Allmählich im Blick

Richter, Eva A.

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LNSLNS Die Frauengesundheit war lange Zeit kaum beachtet. „Das war kein böser Wille“, meint Dr. med. Astrid Bühren, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, „sondern einfach das Ergebnis einer männlich dominierten Blickweise im Gesundheitswesen.“ Tatsächlich wird erst seit wenigen Jahren diskutiert, dass Frauen und Männer an unterschiedlichen Krankheiten mit unterschiedlichen Symptomen und Verläufen leiden, verschieden auf Medikamente und Therapien reagieren sowie ein anderes Verständnis von Krankheit und Gesundheit haben. Dies wird auch den Ärztinnen und Ärzten erst allmählich bewusst.
1996 gab das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstmals einen Bericht über die gesundheitliche Situation von Frauen in Auftrag. Seitdem gewinnt das Thema an Aufmerksamkeit. Jetzt liegt der Frauengesundheitsbericht vor. „Er widmet sich hauptsächlich psychosozialen Aspekten. Klinisch tätige Ärztinnen waren leider nicht beteiligt“, bedauert Bühren.
Doch auch in der Praxis soll sich künftig einiges ändern. „Wir werden eine ‚Koordinierungsstelle Frauengesundheit‘ einrichten“, kündigte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christiane Bergmann, vor wenigen Tagen an. Diese soll vorhandene Strukturen vernetzen und Impulse in die Gesundheitspolitik transportieren. Noch in diesem Jahr wird sie dem „Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.“ (AKF), Bremen, angegliedert und drei Jahre lang vom Ministerium finanziert.
„Dies ist eine positive Antwort auf die Forderung des 103. Deutschen Ärztetages, geschlechtsdifferente Konzepte zu fördern“, erklärt Bühren und fügt hinzu: „Bei einzelnen Lan­des­ärz­te­kam­mern, Kassenärztlichen Vereinigungen und Verbänden gibt es bereits Ansätze für eine geschlechtssensible Versorgung.“ Diese müssten nun gebündelt und auch in die Qualitäts-
sicherung und in die ärztliche
Weiter- und Fortbildung integriert
werden. Dr. med. Eva A. Richter
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