ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2001Türkei: Patientenakten beschlagnahmt

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Türkei: Patientenakten beschlagnahmt

Dtsch Arztebl 2001; 98(41): A-2608 / B-2226 / C-2090

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LNSLNS amnesty kritisiert Vorgehen gegen Türkische Menschenrechtsstiftung.
Die Menschenrechtsorganisation amnesty international und der Menschenrechtsbeauftragte der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, haben gegen das Vorgehen türkischer Sicherheitskräfte protestiert. Diese hatten Anfang September die Räumlichkeiten der Türkischen Menschenrechtsstiftung in Diyarbakir durchsucht und Patientenakten beschlagnahmt. Der Stiftung, die sich seit 1990 in landesweit fünf Zentren für die Behandlung und Rehabilitation von Folteropfern einsetzt, werden „illegale Aktivitäten“ vorgeworfen.
Montgomery forderte in einem Brief an den türkischen Ministerpräsidenten Bulent Ecevit, der Stiftung die Patientenakten umgehend zurückzugeben sowie Patienten und ihre Ärzte vor staatlichen Repressionen zu schützen. Die Beschlagnahmung von Patientenakten sei ein klarer Verstoß gegen die medizinische Ethik.
Seit ihrer Gründung hat die Stiftung nach eigenen Angaben mehr als 6 500 Folteropfer medizinisch und psychologisch betreut. Für ihren Beitrag zum Schutz der Menschenrechte und ihren Einsatz für die Abschaffung der Folter in der Türkei wurde sie 1998 mit dem Europäischen Menschenrechtspreis des Europarates ausgezeichnet.
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